❧  textanfall

“Visual Journalism” – Englischsprecher, ihr habt’s gut

Dies ist ein Blogpost mit gleich drei Sujets: ein bißchen Sprachkritik, ein bißchen Bericht von meinem Schreibtisch und eine Buch- und Linkempfehlung. Eigentlich soll man Botschaften ja immer schön fokussieren etc., aber da ich die Herrin in meinem eigenen (Blog)haus bin, mach ich das einfach mal so und serviere euch einen Themeneintopf.

Manchmal beneide ich alle, deren Muttersprache Englisch oder Amerikanisch ist. Einige Begriffe sind da einfach treffender, voller und zeitgemäßer. So gibt es Graphic Novels anstelle der – ja, was? Comicromane? Und Infografik heißt Visual Journalism. Bei “Infografik” denkt man ja sofort an dröge Tortendiagramme und fade Balkengrafiken. Der Begriff Visual Journalism klingt nicht nur viel sexier und spannender und relevanter, er gibt auch viel besser die komplexe Arbeit eines Infografikers wieder – wie ich weiß, seit ich Jan Schwochow, den Chef der berühmten Agentur Golden Section Graphics im vergangenen Jahr mal interviewen durfte (der Artikel erschien in der Special-Interest-Zeitschrift Illustrator Aktuell/Service und ist leider nicht online zu sehen). Und wie ich darauf komme? Ich lese und betrachte gerade das tolle Buch The Visual Miscellaneum: A Colorful Guide to the World’s Most Consequential Trivia des Briten David McCandless. Wer sich auch nur im entferntesten für a) Gestaltung b) Infografik und c) Trivia interessiert, wird viel Freude daran haben. Der Autor hat auch eine Website, sie hat den schönen Titel Information is Beautiful, dort kann man sich selbst davon überzeugen, dass, ja, Information etwas sehr Schönes ist.

2 comments
  1. Julia says: 8. Juni 201019:41

    Gut haben es aber auch die visual journalists, Maler und Designer, denn die müssen nicht ewig rumdrucksen, um Ideen irgendwie sinnvoll in Worte zu fassen (vor allem Konzeptkünstler sollten das auch lieber gar nicht erst versuchen) und man muss nicht stundenlang lesen, um zu kapieren, worum es geht. Nein, sie machen einfach ein tolles Bild, und allen ist alles klar. Ach, die anderen haben es einfach immer besser!

  2. Sibylle says: 8. Juni 201020:30

    Die drucksen auch, aber eben visuell. “Denk ich mal.” Dass es die anderen immer besser haben, stimmt natürlich, ab-so-lut.

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