Die zunehmende Digitalisierung und Verfacebookisierung der Welt produziert offenbar eine Sehnsucht nach der analogen Ära. “Analog” scheint angesichts des ganzen Publizierens und Teilens von digitalem Plunder schon per se als Qualitätsmerkmal wahrgenommen zu werden. Oder als etwas, mit dem man spielt.
Wir digitalen Einwanderer haben uns über ASCII-Art amüsiert, die digital eingeborene Jugend vergnügt sich mit … der Schreibmaschine. Keira Rathborne jedenfalls machts und nennt das Ganze dann Typewriter Art.
Noch toller find’ ich allerdings, was der Künstler Tyree Callahan macht. Er hat eine Underwood-Schreibmaschine zu einem Chromatic Typewriter umgebaut und kann damit nun auch Farbbilder malen, äh, tippen. Toll. (Danke an Moni, die mich auf diese Fährte gesetzt hat.)
Wusstet Ihr schon, dass Brian Eno mit vollem Namen Brian Peter George St. John le Baptiste de la Salle Eno heißt? Ich nicht. (Und beende jetzt meinen Musikforschungsabend vor dem Computer auch.)
Schreiben ist körperlich nicht so fordernd wie die Arbeit in Bergwerken oder auf seegehenden Schiffen. Doch bestimmte Körperpraxen befördern das Denken und Schreiben: Es ist von vielen Schriftstellern bekannt, dass sie eigene Rituale und Regeln für Speise, Schlaf und sozialen Umgang haben, um überhaupt schreiben zu können. Askese gehört oft dazu. Es scheint, dass es sich leicht hungrig, leicht müde oder leicht frierend besser schreibt als wenn alle körperlichen Bedürfnisse gestillt sind. Die Illustratorin Wendy MacNaughton hat recherchiert und aufgezeichnet, was berühmte Schriftsteller bei der Arbeit so aßen und essen. Im NYTimes-Blog kann mans nachlesen. Interessant! Tief im Schreibprozess steckend verlangt der Körper oft ganz besondere Speise. Essen, das wenig ablenkt (langwierige Zubereitung ist zu vermeiden, außer man lässt kochen); immer gleiches Essen, dessen Verzehr ritualhaft wirkt (um sich in Schreiblaune zu bringen); Essen, das den Organismus nicht belastet (Plenus venter non studet libenter ← humanistische Bildung vortäuschen mit Google); Essen, dessen Verzehr motorisch herausfordernd ist, um überschüssige Energie abzubauen (nag, nag, nag).
PS: Was esst ihr so, wenn ihr bis zum Kragen in konzentrierter Schreib(tisch)arbeit stecktt?
Man sagt ja immer, die Jugend hätte sich hemmungslos den sozialen Medien ergeben und würde darob verrohen und verblöden . Das ist aber nicht so. Es gibt durchaus auch Kritik aus den Kreisen junger digital natives. Die zum Beispiel so originell und kreativ geäußert wird wie in dieser Performance. Viel Freude mit 4 Sekunden Video.
Meine liebe Bürogemeinschaft sucht grade einen neuen Raum. Deswegen mache ich mir natürlich verstärkt Gedanken, wie die neue Arbeitsumgebung überhaupt aussehen soll. Interessanterweise gibt es eine ganze Menge Sites, die Arbeitsplatz-Fotos versammeln. Interessant, inspirierend und etwas zeitraubend, sich da durch zu klicken. Ich finde es aber nicht schlecht, sich ab und zu zu überlegen, ob nicht in einer anderen Umgebung die Ideen und Wörter besser fließen könnten. Ein gutes Linksprungbrett zum Thema ist das Blog der Weave.
Tipps für nicht all zu teure Büroräume oder auch einzelne Arbeitsplätze in den Berliner Bezirken Kreuzberg (S.O. 36), Prenzlauer Berg und Mitte (womit jetzt nicht Wedding gemeint sein soll) nehme ich gerne in den Kommentaren oder via Mail entgegen. Ruhig, hell und halbwegs strukturiert hätten wir’s gern, und nicht so ein Ding mit ganz viel Fluktuation, weil alle da nur projektbezogen arbeiten.
… in einem: das kann nur Christof Niemann in seinem wunderbaren Blog “Abstract City”. Der aktuelle Beitrag, pah, was rede ich, das aktuelle Geschenk heißt: Let It Dough! Und wer nicht dahin klickt, verpasst was und hat selbst Schuld.
PS: Niemann gibts nicht nur im www, sondern auch auf Papier. Hier kann man sich Drucke und Bücher ansehen (und bestellen). Ich erwäge.
Google ist allgegenwärtig und natürlich stolpert man auch recht häufig über Google-bezogene, lustig gemeinte Websites und Grafiken. Ganz nett ist das von der britischen Cerealmarke Weetabix initiierte Viral Inside your search. Eine dank Weizenflocken-Frühstücks enorm rüstige Bibliothekarin erledigt alle Google-Anfragen in Handarbeit. Nette Idee.
Dieses Foto ist ein gutes Beispiel dafür, wie etwas alt sein kann (das Bild geistert schon seit Jahren durchs Netz, zuerst habe ich es – glaube ich – im Spätwinter 2004 gesichtet) und dabei doch topaktuell (es verleiht meinen tiefempfundenen Gefühlen gegenüber der gegenwärtigen meteorologischen Situation aufs treffendste Ausdruck).
Ich will nicht mehr unter dauergrauem Himmel im Michelinmännchenkostüm über steinhart gefrorene, dreckige Schneehaufen stiefeln. Nein, nein, nein!
Edit 14:44 h: Das glaub ich nicht. Jetzt schneits schon wieder.
In allen Lieblingsblogs ist nichts los, die Facebook-Freunde scheinen im Winterschlaf zu liegen und in Ihrem Twitterversum passiert auch grade wenig Aufregendes? Macht nichts, das Social Web ist still very alive and kicking.
Gary Hayes hat diesen Social Media Counter entwickelt, der die Aktivitäten in Blogs, auf Twitter, Facebook & Co. mitloggt und anzeigt. Beeindruckendes Zahlenrattern – mit Retro-Appeal zudem, erinnert Garys Web-2.0-Statistik doch an die animierten Besucherzähler aus dem Webdesign-Pleistozän.
Und textanfall ist mein Text-Schaufenster, Experimentierfeld und Werkstattbericht. Hier gibt's bereits Veröffentlichtes und neue Themen. Tipps zum Handwerk und interessante Fundstücke aus dem Netz und dem Leben. Kurz: Dinge, die mich interessieren. Und hoffentlich auch die gewogenen Blogbesucher.