❧  textanfall

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Tag "Shoppen"

Die Stadt liegt noch unter Eis und Schnee, aber die Sonne scheint auf meinen Schreibtisch und draußen poltern Schneebretter und Eiszapfen vom Dach. Kurzum: dass der Winter in nächster Zeit doch einmal ein Ende hat, ist vorstellbar.

Wer die Untätigkeit in der Stube kaum noch aushält und endlich wieder Schaufel und Harke in die Hand nehmen will, sollte sich das Wochenende 6. – 7. April notieren. Dann nämlich findet im Botanischen Garten wieder der Berliner (Frühjahrs-)Staudenmarkt statt.  Neben Stauden können dort auch Gehölze, Blumenzwiebeln, Sämereien und Kräuter angesehen und gekauft werden, darunter Raritäten, die in keinem Baumarktsortiment zu finden sind.  Doch nicht nur Pflanzen gibt es. Unter den Ausstellern befinden sich auch Anbieter für Gartengeräte, Zäune, Harken … und für Kulinarisches vom Kalten Hund bis zu exquisitem Olivenöl. Also: Termin vormerken und dann ab in den Botanischen Garten!

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Denken und schreiben

Ich schreibe sehr viel. Schreiben ist mein Beruf. Nicht immer benutze ich dafür einen Computer. Wenn besonders flüchtige Gedanken festgehalten werden müssen – also Ideen, erste Entwürfe, Ahnungen, Intuitionen, Formulierungen – schreibe ich mit der Hand. Der Weg zum Computer wäre ein viel zu langer Umweg, ich würde den Gedanken verlieren. Spätestens, wenn mir der Cursor entgegenblinkte, wäre mein Hirn ebenso leer wie das weiße Textdokument vor mir. Ich brauche also Stift und Papier, um zu arbeiten. Welcher Stift das ist, steht fest: ein alter Steno-Füller der Marke Pelikan, ich habe ihn mir gekauft, als ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin, das war vor über zwanzig Jahren. Wir sind wunderbar aneinander gewöhnt, er und ich. Wenn ich ihn in der Hand habe, bekomme ich auch zarteste Gedankenknospen leicht aufs Papier. Beim Papier bin ich auch wählerisch, aber nicht so festgelegt. Konzepte schreibe ich meist auf lose A4-Bögen, gerne auch auf welche, die vormals einem anderen Zweck dienlich waren, das befreit vom Zwang zur Perfektion. Paradiesisch, als ich in der Nachbarschaft einer Druckerei arbeitete und dort großzügig mit Fehlbedrucktem beschenkt wurde. Lange schrieb ich auf der Rückseite falsch gedruckter Noten, an die crèmefarbene Glätte des Papiers denke ich heute noch manchmal.

Das ideale Notizheft

Notizhefte brauche ich aber auch! Für Ideen und Konzepte, die nicht so schnell in die digitale Form überführt werden, die reifen müssen und mich längere Zeit begleiten. Für Kleinnotizen, die auf Zettelchen sonst verloren gingen. Auf Reisen. Und Notizbücher und -hefte sind ein schwieriges Thema. Auf keinen Fall dürfen sie zu repräsentativ aussehen. Buchbinden kann ich sowieso selbst, da brauche ich keine fünfunddreissig Euro in einem “reiche-Weiber-Schreibwarenladen” (Max Goldt) hinzulegen. Außerdem hemmt mich die buchbinderische Prachtentfaltung, und transportabel sind diese Renommierbrocken kaum. Damit es für mich funktioniert, muss das Notizbuch Arbeitsgerät-Appeal haben. Die Seiten sollten liniert sein, der Linienabstand darf gerne etwas enger sein als normal, um meine große Handschrift etwas in Schach zu halten. Ganz wichtig: die Lineatur darf nicht zu dunkel sein. Getöntes Papier mag ich lieber als weißes. Bei den Covern bin ich nicht so zimperlich: weiche fassen sich besser an, harte geben eine gute Unterlage beim Schreiben unterwegs – beides ist gut. Die Hauptsache, das Heft lässt sich gut aufklappen.

Im Prinzip habe ich mein ideales Notizgerät schon gefunden. Der Hersteller heißt Whitelines, kommt aus Schweden, und die Idee ist genial: hellgrau getöntes Papier mit weißen Linien. Gibts in diversen Größen und Bindungen, bezahlbar auch. Jedoch, ach und weh: Das komplette Whitelines-Sortiment ist nur in einem Schreibwarenladen am anderen Ende der Stadt erhältlich!

Suche nach dem zweitbesten Notizheft

Deswegen nahm ich einen mittäglichen Nachdenk-Spaziergang zum Anlass, um in einigen vielversprechenden Geschäften in der Nachbarschaft nach Alternativen zu schauen. Ich fand aber keine. Nach einigem Winden griff ich zu einem Heft von Moleskine. Ich wollte diese Marke immer vermeiden, deren Legendenmarketing finde ich penetrant und die Machos Picasso und Hemigway, die angeblich bereits mit Moleskines gearbeitet haben, sind nicht grade die Testimonials, die mich vom Hocker reißen (darf man das eigentlich überhaupt, einfach so mit Toten werben?). Doch das Heft hatte ein gutes Format, ein angenehmes Cover, schöne runde Ecken und ein transportfreundliches Gummizugband. Ich war zufrieden, über den neuen Gedankenbehälter und meinen markenressentiment-befreiten Pragmatismus beim Kauf.

Den ich fünfzehn Minuten und eine Notiz später schon bedauerte. Ich stellte fest, dass sich das “legendäre Notizbuches der Künstler und Intellektuellen der vergangenen zwei Jahrhunderte” (Moleskine-Eigendarstellung) legendär schlecht mit Füller beschriften lässt: die Tinte läuft aus und schlägt durch. Schrieben van Gogh, Picasso und Hemingway mit Kulis? Oder muss man sich doch an den berühmten Reisenden Chatwin halten, der ebenfalls als Moleskine-Testimonial bemüht wird? Chatwin, von dem ich nur ein Buch gelesen habe, aus dem ich exakt einen Satz erinnere. Wie er vergebens versucht, in Paris sein Lieblings-Notizbuch zu kaufen. Und die Verkäuferin sagt zu ihm: “La vraie moleskine n’existe plus.” – “Das echte Moleskine gibt es nicht mehr.” So wird es wohl sein. Das Remake mit dem ausgeborgten Marken-Mythos ist jedenfalls nicht so der Hit.

Was mache ich jetzt mit meinem angefangenen Heft? Mit Kugelschreiber kann ich nicht denken.

PS: Das allerallerbeste Notizheft der Welt ist von Smythson. Ich bekam mal eines geschenkt. Das mit Abstand beste Notizheft, das ich je hatte. Es verbindet Luxus und Arbeitsgerät-Appeal: Glattes, dünnes, füllerfestes Papier in zartblau mit perfekter Lineatur. Es raschelt köstlich und beschreibt sich perfekt. Silberschnitt! Und ein strukturierter weicher Lammledereinband mit Silberprägung. Leider zu wahrhaft königlichen Preisen, daher als Alltagstool ungeeignet.

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Über dieses Blog wollte ich schon lange mal berichten: Unter einer extrem dekorativen handgezeichneten Headergrafik und dem Namen Vuscor bloggt mein ehemaliger Photoshop-Schüler, E-Mail-Brieffreund und freundlicher und freigiebiger Gastgeber Peter Zillig. Früher hat er mal was mit Texten gemacht, jetzt macht er mehr mit Papier, Pappe, Zwirn und Kleister, also Buchbinden. Und darüber wird gebloggt. Da ich selbst einmal gelernt habe, wie das geht, lese ich Vuscor mit Interesse.

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… habe ich in Mixkos Shop bei Etsy gefunden und ich ärgere mich sehr, dass ich die Lampenschirmausstattung meiner Wohnung erst kürzlich komplettiert habe.

Wer hätte gedacht, dass es frauliche Lampenschirme gibt?

Mit Energiesparbirnen sähe das allerdings blöd aus, glaube ich.

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Diese süße umfunktionierte Milchkiste würd ich gerne adoptieren.Wer hier öfter liest, weiß, dass die Autorin seit Kindesbeinen eine unersättliche Buchverschlingerin ist. In dieser Eigenschaft interessieren mich natürlich auch Objekte rund ums Buch.

Im englischsprachigen Bookshelf-Blog trägt Alex, ein Journalist aus Hertfordshire (UK) Fotos und Berichte über  ungewöhnliche und schöne Bücherregale zusammen. Und er gräbt wirklich tolle Stücke aus, Möbel, die nicht in jedem besseren Designkatalog zu finden sind. Jeden Monat kommen da rund 20 Beiträge und Regale zusammen. Ich weiß gar nicht, was mir besser gefällt: die schönen Möbel oder die sympathische Themenauswahl.

Wie einem wird, wenn man das im verkaterten Zustand betrachtet, wage ich mir nicht vorzustellen.

Der vorige Buchnarren-Beitrag hier im Blog: Bücherwürmer zum Kuscheln.

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Mit sechs Jahren bekam ich meine erste Brille, da war ich Brillenschlange. Doch dann kam es zu einer ungewöhnlichen Metamorphose, denn mit sieben Jahren habe ich angefangen, Bücher zu lesen und seither nicht mehr aufgehört. Da war ich wieder ein anderes Tier, nämlich ein Bücherwurm.

Bücherwürmer gibt es jedoch auch wirklich – nicht nur als Metapher. Bestimmte Nagekäferlarven stehen auf Zellulose und fressen sich durch den leckeren Buchblock, unter Umständen sogar durch ganze Bibliotheken hindurch. Für Buchrestauratoren und bibliophile Sammler ein Alptraum.

Doch als kleiner menschlicher Bücherwurm hätte ich mich wohl sehr über diesen kuscheligen Bücherwurm-Gefährten gefreut.

Hergestellt wird das Tierchen von GIANTmicrobes Inc., in Deutschland wird es über den Webshop von Riesenmikroben™ vertrieben. Die plüschigen Vertreter von Anobium punctatum gibt es einzeln in groß oder in einer kleineren Ausführung im Dreierpack.

In der “Critter”-Sektion des Shops finden sich unter anderem auch  Hausstaubmilbe (ganz süß), Made (naja) und Ameisen (viele Beine), und auch richtige Krankheitserreger gibt es da in Plüsch, von BSE bis Windpocken. Vielleicht ganz nette Krankengeschenke und sicher auch für die “Vor-dem-Essen-Hände-waschen”-Pädagogik geeignet.

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Regen Regen Regen… wer den Anspruch hat, trockenen Fußes durch die Stadt zu kommen, gerne in die Pilze geht oder regressiv durch Pfützen planschen will, braucht Gummistiefel. Auch im Erwachsenenalter! Andere Verwendungszwecke sind denkbar, aber bleiben hier unausgesprochen.

Nun ist es gar nicht so leicht, hübsche Gummistiefel in Erwachsenengrößen zu finden. Zwar gibt es Spezialstiefel für Jäger, Reiter, Segler und Wanderer, aber die haben nicht viel Mode-Appeal. Befragt man Google nach “gummistiefel”, erhält man wenig Hinweise auf Gummistiefelhändler. Einer davon ist der Gummistiefelversand. Man kann online ordern, besser ist aber ein Besuch im Ladengeschäft. Dort gibt es ebenfalls Jäger-, Wanderer- und sogar Metzgerstiefel, aber vor allem eine große Auswahl an erheiternd Buntem. Hohe, mittlere und niedrige, rote, gelbe, orangefarbene, blaue, pinkfarbene, mit kleinen und großen Blumen, Erdbeeren, Glencheck oder Herbstlaubdekor, mit und ohne Schnürung, aus PVC oder – die meisten – Naturkautschuk. Auch in Herrengrößen sind die farbenfrohen Latexdinger in reicher Auswahl zu haben.

Auf der Website kann man sich vorab schon mal orientieren. Wenn man ein bestimmtes Modell im Auge hat, empfiehlt es sich unbedingt, anzurufen, ob’s auf Lager ist (auch die Öffnungszeiten variieren). Der Betreiber gibt sich am Telefon etwas spröde, ist aber eigentlich ganz nett. Geduldig bringt er Modell um Modell heran und berät fachkundig. Ich konnte meinen schon lange gehegten Gummistiefel-Wunsch aufs wunderbarste erfüllen. Wenn Ihr eine gummibestiefelte Frau seht, die suchend nach Pfützen ausspäht – die bin ich. Uuund… platttttsch !

Gummistiefelversand.de
Gotenstraße 21
10829 Berlin (Schöneberg)
Telefon: (030) 84 85 20 20

Nahverkehr:
Bus M 46 bis Sachsendamm/Gotenstraße, Bus 106 oder 204 bis Leuthener Straße
S-Bahn Schöneberg oder Südkreuz

Kern-Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 10:30 – 17:00 h
Wochenends geschlossen

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