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Tag "Rungekiez"

Die Krähen sind zurück. Eben habe ich sie das erste Mal in dieser Saison gehört und gesehen. Mit viel Krah und Kräh sammeln sie sich in der Dämmerung, kreisen einige Runden über unserem Bürogebäude und verteilen sich dann auf den Dächern zum Schlafen. Ich mag das sehr.

Es sind viel mehr, als ich hier auf dem Bild erwischt habe.

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Wer per Rad oder Auto durch die Brückenstraße – die garstige Magistrale des Rungekiezes – fährt oder gar am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße aussteigt und dabei den Ausgang mit der ekligen Pommesbude erwischt (man bekommt schon vom Einatmen fettiges Haar – würg), ahnt nichts von den charmanten Seiten dieses Viertels. Dazu gehört auf jeden Fall die Caffeteria Ponte Carlo in der Brückenstraße, Ecke Rungestraße, direkt gegenüber von meinem Büro.

Das Ponte kommt dem Ideal der italienischen Bar näher als alle lifestyligen Kaffeebuden im schicken Prenzlauer Berg. Man bekommt die einschlägigen Kaffeespezialitäten, selbst gebackenen, oft sehr guten Kuchen (Crostata, die italienische Version der Tarte, Brownies und Cheesecake), eine kleine Auswahl an Mittagsgerichten und manchmal eine gehörige Portion Chaos.

Cheffe ist ein polyglottes Schlitzohr, kocht alles frisch – deswegen muss man immer ein bißchen warten – manchmal geht bei Bestellungen etwas schief, aber insgesamt ist es lecker und unterhaltsam dort. Es gibt W-Lan, gute Musik und man kann in Neon, Gala oder alten Spexen blättern. Und Wein – vor allem aus der Gegend um Asti – Espresso, Pasta und Kekse kann man in guter italienischer Qualität für billiges Geld auch zum Mitnehmen kaufen. Manchmal finden abends Weinproben statt.

Ponte Carlo – Caffeteria & Delicatezze
Brückenstraße 4 | 10179 Berlin (Mitte)

Öffnungszeiten 7:30 – 22 Uhr

Im Internet kann man sich die Tageskarte angucken.

Die Tageskarte hat einen ausgeprägten italienischen Akzent!

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Der Sommer ist da, es ist warm, man läuft mit nackten Waden rum und alle Fenster stehen auf.

Auch in meinem Freelancer-, Kleinunternehmen- und Kreativlingsnest, den Josettihöfen, wo ich mein Büro habe. Oft finde ich es sehr schön, mitzubekommen, dass ich nicht ganz alleine hier hocke und vor mich hinarbeite. Aber heute ist es extrem: schmetternder Volksgesang in Chorstärke, ein melancholisch klingendes Saxophon, vier Stimmen, die was Musicalartiges darbieten und weiblicher Operngesang wechseln sich ab und überlagern sich – alles live und mit der hallenden Akustik eines großen Innenhofs.

Ich komme mir ein bißchen so vor, als würde ich im Inneren eines großen Radios sitzen, an dem jemand ständig den Senderknopf dreht. Ich höre es das erste Mal, mir war gar nicht klar, dass es so viele Musikschaffende hier gibt. Hm, ich habe in meinem alten Büro eine Schauspielschule als Nachbar gehabt, dann wird mich das Leben im Radio auch nicht weiter affizieren.

Edit: Ein Tag später. Heute alles wieder ruhig, bis auf normale Bürogeräusche.

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Ein Bär ist im Wappen Berlins zu finden und deswegen unterhält die Stadt auch einen kleinen – zu kleinen – Bärenzwinger, in dem das Berliner Bärengeschlecht lebt. Zurzeit sind es zwei, Maxi und Schnute, wenn ich das richtig durchblicke. Der Zwinger liegt im Köllnischen Park und ganz in der Nähe meines Büros. Meist machen die armen Tiere einen recht unglücklichen Eindruck, um nicht zu sagen, sie zeigen Zeichen von Hospitalismus, aber heute hatten sie anscheinend auch mal einen schönen Tag. In den sonst trockenen Graben wurde Wasser eingelassen, die zwei haben ausgelassen darin gespielt. Nett!

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Auch wer nur auf sein Computerkeyboard einschlägt, muss ab und zu was essen. In meinem Bürokiez gibt es zahlreiche Möglichkeiten zum Essenfassen. Diese Berliner Ecke an der Grenze von Mitte und Kreuzberg ist tagsüber ein veritabler Tummelplatz für Medienmenschen, Freelancer und andere Kopfarbeiter – die Lunch-Infrastruktur ist entsprechend gut. Nachts zieht hier die Clubcrowd rum – aber das ist eine andere Geschichte …

Wer gerne gesund und gut speisen will, geht ins Suppengrün. Man isst im Stehen, wird nett und flott bedient und belastet den Organismus nicht zu sehr. Will sagen: das Essen ist leicht und frisch gemacht und man kann danach an den Schreibtisch zurückkehren, ohne ins Verdauungskoma zu fallen.

Lecker ist es meistens, und man lernt Suppenkreationen aus aller Herren Länder kennen. In der Küche wird manchmal etwas zu wild gewürzt: Aus den Kokosmilch-Curry-Kreationen muss man Zitronengrasstängel und Blätter in Massen rausangeln, außerdem findet sich das trendige Asia-Laub durchaus auch in europäischen Standardsuppen! Gemüsesuppen enthalten immer sehr viel grob zerhackten Stangensellerie (praktiziert der Koch Kung-Fu-Übungen und zerlegt den Sellerie mit dem Schwert?) .

Jede Woche gibts eine neue Suppenauswahl, die Wochenkarte steht auch im Internet. Allerdings sind die Suppenpreise gesalzen: Um die vier Euro fünfzig für ein kleines Terrinchen Suppe? Uneingeschränkt empfehlenswert sind die obstigen Tartes, die auch wirklich recht günstig sind. Der Kaffee ist auch gut. Und die Salatauswahl ist fabulös! Hier stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Trotz des Namens sind eigentlich die Salate – nicht die Suppen – das Highlight dieses Lunchladens.

Suppengrün
Inselstraße 1a
10179 Berlin (Mitte)

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 08:00 h – 18:00 h
Zwischen eins und zwei ist die Schlange am längsten.

Verkehrsanbindung:
U2 Märkisches Museum oder U8 Heinrich-Heine-Straße mit ca. 5 Minuten Fußweg

Bild: only_point_five via Flickr, Foto steht unter Creative-Commons-Lizenz, für Nutzungsbedingungen klicken.

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Der Winter ist mir inzwischen viel zu lang. Immer mal wieder fällt Schnee, nachts gibts mittlere Fröste. Die Tage werden zwar schon länger, aber die Sonne zeigt sich selten und alles ist kalt, grau und farblos. Das schlägt mir langsam aufs Gemüt.

Die passende Gastwirtschaft ist direkt um die Ecke von meinem Büro: die Melancholie 1. Diesen Kneipennamen habe ich schon immer bewundert. Anderswo heißen gastronomische Betriebe dieses Kalibers “Weser-Quell”, “Sonnen-Eck” und “Narkosehammer”, hier hingegen ein Name, in dem die abendländische Kulturgeschichte der letzten 2500 Jahre mitschwingt – Saufen im Zeichen des Saturn.

Und man kann hoffen.

Mittwochs und Freitags von 16 bis 20 Uhr gibt es selbst in der Melancholie einige glückliche Stunden.

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Direkt an der Spree, unweit der S- und U-Bahnstation Jannowitzbrücke residiert der “Sozialverband Deutschland” in einem anthrazitfarbenen Betonkubus mit bunten Fassadenelementen. Im Erdgeschoss untergebracht ist das Restaurant “Ännchen von Tharau”, ein recht angenehmer Ort für die Mittagspause, wenn man mal ein wenig mehr Zeit hat als sonst. Der Raum hat große Fenster zur Spree, an freundlichen Wintertagen  kann man sich die Sonne auf die Nase scheinen lassen, im Sommer stehen Tische draußen. Die Kellner tragen klassisches Schwarz und Weiß und wedeln mit ihren langen Schürzen durch den Raum, es gibt Servietten und Tischdecken und alles ist deutlich über Kantinenniveau. Die Preise auch, doch für 5 – 7 EUR bekommt man ein wirklich leckeres Mittagessen. Die Mittagskarte wechselt täglich, daneben gibt’s auch ein paar (teurere) Standardgerichte.

Was man im “Ännchen” ganz gut machen kann, ist sich mit Kunden oder Kollegen für Businessgespräche zu treffen. Wenn das eigene Büro zu unrepräsentativ ist, beispielsweise, oder man gar keines hat. Die Atmosphäre ist dazu ruhig und diskret genug. Außerdem soll’s vor dem Lokal Auto-Parkplätze geben, die habe ich aber noch nicht selbst in Augenschein genommen – mein schmaler Drahtesel nimmt mit einem Laternenpfahl Vorlieb.

Nur warum das Lokal sich nach diesem notorisch ostpreußischen Lied benannt hat – das habe ich bisher noch nicht herausgefunden. Manchmal muss ich an die quälenden Blockflötenstunden denken, in denen ich genau dieses Lied üben musste, aber das ist schon lange her und auch wirklich das Einzige, was ich am “Ännchen” zu bemängeln habe…

Und jetzt alle:

Ännchen von Tharau ist’s, die mir gefällt,

Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.

Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz
Auf mich gerichtet, in Lieb und in Schmerz
… etc.

Ännchen von Tharau
Rolandufer 6
10179 Berlin (Mitte)
Telefon: (030) 7 26 20 20 70

Nahverkehr:
U- und S-Bahnhof Jannowitzbrücke, Bus 240

Öffnungszeiten:
Montags – Samstags 10 – 22 h
Sonntags ab 10 – 19 h
Mittagsgericht Montag – Freitag 11:30 – 15:30 h

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Schmuck’s Restauration – nur echt mit Apostroph! – ist eine brauchbare, allgemein unterschätzte Lunch-Adresse in Berlin-Mitte, bei der man auch gut (klein)bürgerlich frühstücken kann.

Schmuck’s hat den Charme des Unprätentiösen und Untrendigen. Der große, hohe und angenehme Raum ist eine Promenadenmischung aus Kantine, Restaurant und KMU-Besprechungsraum. Das Essen holt man sich am Tresen – rutsch, rutsch, das Tablett auf der umlaufenden Metallablage – wo es einem in bewährter Mensamanier aus Warmhaltebehältern auf den Teller verfrachtet wird.

Zu futtern gibt’s Solides bis Solidestes: Kassler mit Kartoffelpüree und Sauerkraut, Kässpätzle, Spanferkelbraten, Kohl- und Rindsrouladen und dergleichen mehr. Kaffee und Kuchen und eine etwas stiefmütterlich an der Seite geparkte Salattheke runden das Angebot ab.

Der Service ist flott und herzlich, die Preise moderat und die Portionen reichhaltig. Alles ist ein klitzekleines bissel zu weich gekocht und in Soße getränkt – kein neumodisches Gesundfutter also. Und auf die Idee, das vegetarische Essen zu nehmen, sollte man besser auch nicht kommen. Schmuck’s spielt seine Stärken eindeutig bei Fleischernem aus. Wer darauf steht, wird hier glücklich.

Schmuck´s Restauration
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin (Mitte)
Telefon (0 30) 22 33 65 17

Nahverkehr:
S Jannowitzbrücke (etwa 7 Minuten Fußweg)
U8 Heinrich-Heine-Straße (3 Minuten Fußweg)
U2 Märkisches Museum (5 Minuten Fußweg)

Öffnungszeiten:
Frühstück ab 7 h
Mittagessen ab 11:30 h

Die Tageskarte kann man vorab im Internet ansehen.

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