❧  textanfall

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Tag "Nutzwert-Texte"

Slaven Rezic hat dafür gesorgt, dass ich heute einen sehr schönen Vormittag hatte. Slaven Rezic ist der Betreiber und auch Entwickler des berliner Fahrrad-Routenplaners BBBike. Und BBBike ist die Lösung für ein Problem, das wohl viele alltagsradelnde Berliner kennen. Denn auch durchaus radelerprobte und ortskundige Leute (wie z.B. ich) können in der großen Stadt nicht immer die schönsten und kürzesten Wege kennen. Will man dann mal in unbekanntere Ecken, fährt man entweder unnötig umständlich oder in graden Linien über die großen Straßen.

BBBike schafft Abhilfe: man gibt Start- und Zielort ein, kann wählen, ob man beispielsweise Hauptstraßen oder Kopfsteinpflaster meiden möchte und wie schnell man fährt. Dann bekommt man eine detaillierte Tourenbeschreibung inklusive geschätzter Zeit und Anzahl der Ampeln zum Ausdruck ausgespuckt. Optisch kommt das Portal spartanisch daher, doch läßt sich’s leicht bedienen. Und auch die Qualität der Wegbeschreibung war hinreichend. Ich bin damit heute gut 30 km durch die Stadt gefahren und habe mich nur einmal vertan. Das lag aber daran, dass ein langes Stück durch Grünanlagen führte, die keine Straßennamen haben und ich mich etwas orientierungslos fühlte.  Ich war sehr zufrieden mit dem Service – tolle Sache! Ich habe mich sicher nicht das letzte Mal von BBBike durch die Stadt leiten lassen. (Nach dem Break ist zu lesen, was ich unterwegs erlebt habe.)

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Wohl jeder Schreibende kennt das: Man hängt an einer Stelle fest und sucht nach der richtigen Formulierung. Tippen, löschen, tippen, löschen, tippen und es geht nicht vorwärts. Immer wieder dieselbe Wortkette taucht auf. Man mag sich gar nicht von ihr trennen, die Formulierung ist so gelungen – und doch kommt man nicht weiter. “Kill your darlings”, lautet der einprägsam rabiat formulierte Ratschlag der Textprofis für solche Fälle. Kurzen Prozess machen soll man mit den fixen Textideen, damit Gedanken und Text wieder in Fluss kommen. Doch es ist gar nicht so einfach, den blockierenden Satzteil aus dem Hirn zu bekommen. Was hilft? Nach meiner Erfahrung dieses:

  1. Tilgen Sie die Formulierung überall, wo sie in Ihrem Dokument steht. Auch in Notizen, die auf Ihrem Schreibtisch herumliegen, streichen Sie sie kurzerhand durch – gründlich. Aus den Augen, aus dem Sinn, heißt es nicht ohne Grund, und außerdem erfüllt das beherzte Löschen psychologische Funktion. Hier geht es ja schließlich um einen (Text-)Mord, der vollbracht werden muss.
  2. Gewinnen Sie Distanz. Atmen Sie durch. Machen Sie eine kurze Pause. Sehen Sie vielleicht aus dem Fenster, holen Sie sich ein neues Glas Wasser, gehen Sie eine Runde durchs Zimmer.
  3. Setzen Sie sich abseits des Schreibtischs, mit Block und Stift in der Hand. Die räumliche Trennung hilft Ihnen. Überlegen Sie, warum Sie so an Ihrem fatalen Textliebling hingen. Es geht jetzt nicht darum, eine neue Formulierung zu entwickeln (das kann passieren, soll aber nicht Ziel sein). Denken Sie an Inhalte, nicht an die Form! Notieren Sie einfach ein paar sehr lockere Stichworte, brainstormen Sie. Die Kernfragen sind: Was wollte ich eigentlich mit dieser Formulierung aussagen? Welche Funktion sollte sie haben?  Wie sollte sie beitragen, die Ziele des Textes zu erreichen?
  4. Wenn Sie Ihre Bestandsaufnahme abgeschlossen haben – nicht vorher – gehts weiter im Text. Setzen Sie sich mit Ihren Notizen wieder ans Dokument. Ausgehend von Ihrer Bestandsaufnahme sollten Sie nun in der Lage sein, den Faden wieder aufzunehmen und weiterzuspinnen. Also zum Beispiel die Gedanken, die Sie in den Text einbringen wollen, neu zu formulieren oder mit eigenen Mitteln den gewünschten Textsound zu entwickeln.

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“Kill your darlings – Formulierungsblockaden überwinden” von Sibylle Mühlke steht unter einer Creative Commons Lizenz. Die nicht-kommerzielle Nutzung ist erlaubt, wenn die Urheberin genannt und der Text nicht verändert wird.

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Regen Regen Regen… wer den Anspruch hat, trockenen Fußes durch die Stadt zu kommen, gerne in die Pilze geht oder regressiv durch Pfützen planschen will, braucht Gummistiefel. Auch im Erwachsenenalter! Andere Verwendungszwecke sind denkbar, aber bleiben hier unausgesprochen.

Nun ist es gar nicht so leicht, hübsche Gummistiefel in Erwachsenengrößen zu finden. Zwar gibt es Spezialstiefel für Jäger, Reiter, Segler und Wanderer, aber die haben nicht viel Mode-Appeal. Befragt man Google nach “gummistiefel”, erhält man wenig Hinweise auf Gummistiefelhändler. Einer davon ist der Gummistiefelversand. Man kann online ordern, besser ist aber ein Besuch im Ladengeschäft. Dort gibt es ebenfalls Jäger-, Wanderer- und sogar Metzgerstiefel, aber vor allem eine große Auswahl an erheiternd Buntem. Hohe, mittlere und niedrige, rote, gelbe, orangefarbene, blaue, pinkfarbene, mit kleinen und großen Blumen, Erdbeeren, Glencheck oder Herbstlaubdekor, mit und ohne Schnürung, aus PVC oder – die meisten – Naturkautschuk. Auch in Herrengrößen sind die farbenfrohen Latexdinger in reicher Auswahl zu haben.

Auf der Website kann man sich vorab schon mal orientieren. Wenn man ein bestimmtes Modell im Auge hat, empfiehlt es sich unbedingt, anzurufen, ob’s auf Lager ist (auch die Öffnungszeiten variieren). Der Betreiber gibt sich am Telefon etwas spröde, ist aber eigentlich ganz nett. Geduldig bringt er Modell um Modell heran und berät fachkundig. Ich konnte meinen schon lange gehegten Gummistiefel-Wunsch aufs wunderbarste erfüllen. Wenn Ihr eine gummibestiefelte Frau seht, die suchend nach Pfützen ausspäht – die bin ich. Uuund… platttttsch !

Gummistiefelversand.de
Gotenstraße 21
10829 Berlin (Schöneberg)
Telefon: (030) 84 85 20 20

Nahverkehr:
Bus M 46 bis Sachsendamm/Gotenstraße, Bus 106 oder 204 bis Leuthener Straße
S-Bahn Schöneberg oder Südkreuz

Kern-Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 10:30 – 17:00 h
Wochenends geschlossen

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