Ich bin Autorin und Texterin. Naturgemäß habe ich viel mit Wörtern zu tun. Das war eine kluge Berufswahl, denn Wörter gefallen mir. Als ich einigermaßen schreiben konnte, habe ich Listen mit Wörtern angefertigt, deren Klang mir gefiel. Ich streite mich manchmal um Bedeutungsnuancen. Ich suche immer den genauesten Begriff. Mein Wortschatz ist möglicherweise etwas größer als beim durchschnittlichen deutschen Muttersprachler.
Aber manchmal finde ich Wörter, die ich weder aktiv noch passiv beherrsche. Was ist der, die oder das Bokeh? Nein, nicht die Schreibweise für “Bouquet” nach der fünften Rechtschreibreform. Sondern was Fotografisches.
Als allerersten Artikel nach der spätsommerlichen Blogpause ein Fundstück, das kulinarische und werberisch-kommunikative Interessen bündelt, mir also sehr gut gefällt.
Als Bildschirmarbeiterin belastet man die Augen gehörig, da ist es nur klug, sich entsprechend gesund zu ernähren. Dass Möhren gut für die Augen sind, weiß jeder, aber auch Carrot Cake sorgt für besseres Sehen. Stevan Paul hat den Beweis, eine sehr schöne Anzeige für Dr. Oetker (sorry, liebe Textkolleginnen, ohne Longcopy).
Glücklicherweise ist der nächste Carrot-Cake-Dealer bloß knapp 10 Minuten vom Büro entfernt und meine liebe Kollegin tut auch ab und zu gern was für die Sehkraft. (Julia, wie wärs - heut nachmittag?)
Lustig: der Verlag Kiepenheuer & Witsch hat auf seiner Website eine Sammlung schöner Wort- und Redewendungsverdreher. Wer die virtuelle Versprecherkartei um einen eigenen Eintrag erweitern möchte, schickt eine Meldung an drehwort@kiwi-verlag.de. Und weil ohne Preis kein Fleiß, verlost KiWi unter den Einsendern allmonatlich ein Paket mit fünf Büchern.
Journalisten nutzen Online-Medien intensiv für ihre Arbeit. So kann ein gut gepflegtes Online-Pressezentrum auf einer Unternehmenwebsite der erste entscheidende Kontakt für Journalisten und Medienleute sein. Diese Feststellung klingt banal.
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Es sind nicht unbedingt die smartesten Jingles und Slogans, die einem im Gedächtnis bleiben. Ganz im Gegenteil, bei besonders witziger Werbung vergesse ich oft, was ich mir doch unbedingt merken soll: die Marke, um die es geht.
Einfache, gern auch leicht blöde Sprüche schaffen es eher in mein und sogar ins kollektive Gedächtnis. So wie “Ich bin zwei Öltanks”, “Was Frisöre können, können nur Frisöre” oder “Da werden Sie geholfen”. Ein Freund von mir, der am 30.9. Geburtstag hat, nennt sein Geburtsdatum grundsätzlich “Wüstenrot-Tag”.
Manchmal passieren im Kopf allerdings auch lustige Sachen mit den Werbesprüchen - zumindest bei mir. Kürzlich ertappte ich mich dabei, wie ich munter trällerte:
Ich mag ihn ja, den Herbst - mit seinem bunten Laub, dem erdigen Duft und der ersten bissigen Nachtkälte. Aber ab November werde ich leis melancholisch. Musikhören ist dann für mich das beste Gegenmittel. In der letzten Woche stolperte ich über Peter Fox’ “Haus am See”. Nicht das raffinierteste Stückchen Musik, das man sich vorstellen kann, aber ein unkompliziertes kleines nettes Lied für gute Laune.
Und da höre ich (im YouTube-Video bei 2:15):
Ich lad’ die alten Vögel und Verwandten ein.
[...]
Wir grillen die Mamas, kochen und wir saufen Schnaps.
Und feiern eine Woche jede Nacht.
Wir grillen die Mamas? Was ist denn das nun für eine Metapher? Mir hat das keine Ruhe gelassen, ich dachte, ich hätte mich verhört - Musiktextverhörer sind ja so häufig, dass daraus sogar schon mehrere lustige Bücher gemacht wurden. Doch was lese ich dann? Es heißt tatsächlich:
Ich lad’ die alten Vögel und Verwandten ein.
[...]
Wir grillen,die Mamas kochen und wir saufen Schnaps.
Und feiern eine Woche jede Nacht.
Also eigentlich alles richtig. Ich hatte nur das Komma gedanklich an die falsche Stelle gesetzt. Jetzt muss ich noch mehr grinsen, wenn ich das Stück höre. Danke, Peter Fox und danke, mein wunderliches Hirn!
Und textanfall ist mein Text-Schaufenster, Experimentierfeld und Werkstattbericht. Hier gibt's bereits Veröffentlichtes und neue Themen. Tipps zum Handwerk und interessante Fundstücke aus dem Netz und dem Leben. Kurz: Dinge, die mich interessieren. Und hoffentlich auch die gewogenen Blogbesucher.