Zeitgemäße Alternative zum “Quick brown fox”

Hier publiziert am 24. August 2010 | Schlagwort(e): , | 2 Kommentare »

Über Pangramme im Allgemeinen und über das berühmteste,

The quick brown fox jumps over the lazy dog,

im Besonderen hatte ich hier bereits geschrieben. Wer sich mit Typografie beschäftigt oder Sprachspiele mag, kennt sie - Sätze, in denen jeder Buchstabe des Alphabets einmal (und nicht viel öfter) vorkommt. Poliander hinterbrachte mir nun eines, welches mich ungemein amüsiert. Es ist ganz aktuell, passt sehr gut zum allgemeinenen Bionade-Biedermeier-Lästertrend und enhält sogar Umlaute! Gestanden haben soll es in der FAS, eine genauere Quellenangabe hab’ ich nicht. Es heißt:

Xaver schreibt für Wikipedia zum Spaß
quälend lang über Yoga, Soja und Öko.

Toll, oder?


Ausgewanderte deutsche Wörter - prima Poster bei Goethe

Hier publiziert am 8. Juni 2010 | Schlagwort(e): , | 6 Kommentare »

Über Anglizismen wird ja gerne mal gemault, aber selbstverständlich geht das auch in die andere Richtung und es wandern deutsche Wörter in andere Sprachen ein (etwa Schwindel, Fernweh, Doppelganger und das wunderbare amerikanische Steigerungspräfix uber). Ein sehr schönes Poster mit rund 2000 solcher ausgewanderter Wörter und ihrer geografischen Verteilung kann man sich beim Goethe-Institut bestellen. Toll gestaltet, A0-Format (das ist groß) und sorgfältig recherchiert für sensationelle 12 EUR! Wer die Vorschau im Goethe-Shop zu mickrig findet, klickt einfach zu Golden Section, denn die haben das Ganze umgesetzt und präsentieren Ihre preisgekrönte Arbeit besser als die Goethe-Institutler.


7 Wörter, über die ich mich immer aufregen muss

Hier publiziert am 9. April 2010 | Schlagwort(e): | 18 Kommentare »

Eine ganz und gar subjektive und ungerechte Liste.

■ Designer- als Präfix (22.700 Googletreffer für “Designerlampe”, 106.000 für “Designerstuhl”, 217.000 für “Designerapartment”) – nichts gegen Designer, einige meiner besten Freunde usw. Auch ganz und gar nichts gegen gut gestaltete Möbel, Häuser, Sportgeräte, Elektronikgadgets. Was mich so nervt, ist das Mißverständnis von “Design”, das der Wortverwendung oft zugrundeliegt. Denn “Design” ist nicht alles, was irgendwie schlicht (”reduziert”), verchromt, glänzend und gläsern daherkommt oder von unzähmbarem Gestaltungswillen geformt scheint (so wie die grauenhaften Breetz-Sofas). Design ist, was durchdacht ist und gut funktioniert (beispielsweise das iPod-Clickwheel). Oder was durchdacht und kühn ist (der Einsteinturm in Potsdam etwa, eine bauphysikalische Katastrophe, aber trotzdem bis heute staunenswert schön). “Design” hat ein gestalterisches und funktionales Konzept, “Designer-” hat eine Oberfläche, die bestimmte Merkmale erfüllt. Leider kann man die beiden Begriffe leicht verwechseln. “Designer-”Komposita sind überflüssige Wörter.

■ -farbend, so wie in silberfarbend, rosafarbend etc. – meine Abneigung gegen “-farbend” rührt eindeutig von zeitweilig zu intensivem eBay-Gebrauch her. Selbst Schuld also, aber trotzdem richtig ekelhaft! Wer sowas schreibt, soll nicht noch im Internet Geld verdienen dürfen. Gerne auch in Verbindung mit -optik: “Kommode in Eicheoptik, Griffe messingfarbend”. Schauder.

■ funzt net (43.900 Googletreffer) – Liebe Forennutzer, glaubt ihr wirklich, ich würde mir eine detaillierte, qualifizierte Antwort zu euren PC-, PS-, whatever-Problemen ausdenken und diese auch noch posten, wenn ihr schon zu faul und zu dumm seid, ein paar Silben mehr in eure verschleimten Tastaturen zu hacken? Es heißt: “funk·ti·o·nie·ren”. Ist das so schwer? Wenn euch der Fünfsilber so schlimm überfordert, könnt ihr schreiben: “klappt nicht”, “geht nicht”, “will nicht”.

■ kirre (56.700 Googletreffer) – das arme Wort kann nichts dafür, dass ich mich darüber aufrege. Denn Grund meiner Echauffage ist nicht der Begriff selbst, sondern dessen falsche Verwendung. Denn eigentlich bedeutet es zahm, gefügig (kann man auch als Verb benutzen: “ein Pferd kirren”). Benutzt wird es jedoch immer als Steigerungsform von “irre”. Das kommt mir jedesmal außerordentlich grob und dumm vor.

■ raspelkurz (22.600 Googletreffer) – jaja, das bezeichnet einen Kurzhaarschnitt, schon klar. Aber was heißt das eigentlich? Dass diese Frisur mithilfe einer Raspel geschnitten wird? Dass man sich vor solchen Haaren hüten soll, weil man sich leicht die Finger dran aufraspelt? Und woher kommt dieser Begriff? Hat er sich aufgrund einer lautlichen Ähnlichkeit zu “ratzekahl” (dies wiederum eine Umbildung aus “radikal”) etabliert?

■ stückig (64.700 Googletreffer) – aus der Lebensmittelbranche und wenig appetitanregend. Ich finde, damit wird ein etwas unpassender Assoziationsraum eröffnet. Ließe sich außerdem ohne Verbiegungen einfach anders beschreiben: “mit Fruchtstückchen”, “grob zerkleinert”, “mit Biss” etc. Warum dann also dieses blöde “stückig”? Eigentlich kann ich mir nur eine Verwendung dieses Adjektivs vorstellen, die mich amüsieren würde, nämlich im Bereich der Damenhygiene. “Der Tampon für die stückigen Tage der Periode”, das wär mal was. (Sorry, Leser, da müsst ihr durch jetzt.)

■ wertig (131.000 Googletreffer) – was soll das sein? Eine Steigerungsform von “hochwertig”? Oder soll es bedeuten: “Naja, wenn wir die Ausstattung von xyz als ‘hochwertig’ bezeichnen, das wäre vielleicht doch etwas zu hoch gegriffen für diesen Schrott, also wandeln wir das Wort mal ein wenig ab und schreiben, hmmh, … ja, genau ‘wertig’, das klingt gut”. Also, ich kenne “wertig” außer in Verbindung mit “hoch-” nur noch als  Logikterminus (”zweiwertig“) und als Kompositum aus der Chemie (zum Beispiel “dreiwertig“).

Und was bringt euch so in Wallung, sprachlich?


Schönes englisches Idiom

Hier publiziert am 1. Februar 2010 | Schlagwort(e): , | 3 Kommentare »

Es geht mir schon den ganzen Tag nicht aus dem Kopf: disgruntled customer (etwa: vergrätzter, mißgelaunter Kunde). Schade, dass man es nicht disgruntlled schreibt, sonst wäre der Name des Hardware-Herstellers, der diesen Zustand bei mir zu verantworten hat, im Adjektiv gleich enthalten (rückwärts gelesen). Das wäre doch praktisch.


Pfannenschlag, Treuchtlinger und Feldkieker - lyrische Wurstnamen

Hier publiziert am 29. Januar 2010 | Schlagwort(e): , , | Den ersten Kommentar schreiben »

O Deutschland, deine Würste! Seit langem gibt es bei der ZEIT Online eine Serie namens Deutschlandkarte. In Form origineller, toll umgesetzter Infografiken bekommt man statistische Informationen zu allerlei kuriosen Themen. Beispielsweise: Wo gibts die meisten Wildschweine (Hessen), wo dreht die deutsche Filmindustrie am liebsten (Berlin vor Köln und München) oder welche kuriosen Namen geben Gemeinden ihren Erlebnisbädern (baff Eberswalde, Schwapp Fürstenwalde und eau-le Lemgo; das Spaßbad Westerwelle im Westerwald ist noch nicht umgesetzt).

Der aktuelle Beitrag befasst sich mit regionalen Wurstspezialitäten und ihren schönen Namen:


B2B-Marketing-Metaphern, ausgeleiert

Hier publiziert am 16. Januar 2010 | Schlagwort(e): , | 3 Kommentare »

Wer häufig B2B-Marketing-Broschüren und -Websites liest, kennt sie zu Genüge: ausgeleierte Metaphern, die kaum etwas über ein Unternehmen und seine Produkte verraten. Die britische Agentur Bollington will fortan auf leere Klischées verzichten (ein schöner Vorsatz!) und versammelt auf Website 101 Clichés schon mal all jene Bild- und Sprachmetaphern, die seit langem totgeritten, aber offenbar nicht auszurotten sind.

Sowas zum Beispiel …

▲  Mann, sind wir innovativ. Wir helfen Ihnen, auch
so innovativ zu sein. Wir haben ganz viele Ideen.

▲  “Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen.”

▲  “Mit uns sparen Sie bares Geld.”
“Wir helfen Ihnen, wirtschaftlicher zu arbeiten.”

▲  Das ist kein Marketingklischee, sondern ein Bild, das mir gut gefällt.
Ohne Kresse würde so ein Keyboard allerdings bedeuten:
Wir sind ein modernes Unternehmen und wir arbeiten mit
modernen Mitteln für Ihren Erfolg. Sogar mit Computern.

▲  Wir entwickeln die richtige Strategie für Ihr Unternehmen.
(Auch, wenn wir unsere Denkmuskulatur für unser
eigenes Marketing erfolglos angestrengt haben.)

Den Mauszeiger auf die Bilder setzen, um mehr über die Bildurheber zu erfahren.


Berliner Netizens …

Hier publiziert am 16. Dezember 2009 | Schlagwort(e): | Den ersten Kommentar schreiben »

… sagen zum Abschied nicht “Tschüssikowsky” sondern “CUikowsky“. Die Preisfrage nun, wie machen es die Rheinländer (”Tschö mit ö”)?


Durcheinander sorgt für Sprachkreativität

Hier publiziert am 15. Dezember 2009 | Schlagwort(e): | 6 Kommentare »

Das Sammeln von Wörtern war wohl der erste Hinweis darauf, dass ich irgendwas mit Sprache und Kommunikation am Laufen hatte. Schon im Grundschulalter machte ich Listen mit seltenen und interessant klingenden Wörtern, eine Gewohnheit, die ich lange beibehalten habe. Heute mache ich das nicht mehr, freue mich aber über seltene Funde.

Das Wort Durcheinander ist offenbar geeignet, besonders viele charmante Synonyme hervorzubringen. Langsam auf der Zunge zergehen lassen:

  • Gewirr
  • Tohuwabohu
  • Tumult
  • Wirrwarr, Wirrnis, Wirrsal
  • Kladderadatsch
  • Kuddelmuddel
  • Pallawatsch (österr. umgangssprachlich)
  • Ramasuri (bayr. und österr. umgangssprachlich)
  • Lotterwirtschaft
  • Schurrmurr (norddeutsch)

Laut Duden - Das Synonymwörterbuch, 4. Aufl. Mannheim 2007

Schön, oder?


Never understimate the power of a great story

Hier publiziert am 10. November 2009 | Schlagwort(e): , | Den ersten Kommentar schreiben »

Sehenswert! Doch, doch.

Danke an Monika für den Hinweis.


Getürktes Bildmaterial

Hier publiziert am 24. September 2009 | Schlagwort(e): , , | Den ersten Kommentar schreiben »

Wenn ich Screenshots für Software-Bücher und -Anleitungen mache, mogle ich manchmal ein klein wenig mit Photoshop. Zum Beispiel, wenn ich ein Feature darstellen muss, dass es in der aktuellen Entwicklungsversion, die mir zur Verfügung steht, noch nicht gibt. Im großen Stil Screenshots zu faken, lohnt sich nicht - es ist zu aufwendig und man muss höllisch aufpassen, dass man nicht Dinge im Bild hat, die die Nutzer verwirren (weil es sie so gar nicht gibt). Aber manchmal komme ich eben nicht drum herum.

Anscheinend muss auch die Grafikabteilung von IKEA ab und zu Möbel darstellen, die es noch gar nicht gibt und bekommt dafür nur sehr ungenaue Vorgaben. Oder, was glaubt ihr, wie der Sessel “PS Selma” in Wirklichkeit aussieht? So doch wohl eher nicht. Knapp 300 Euro finde ich jedenfalls ein bißchen zu teuer für ein Stoffmusterbuch auf vier Beinen.