Es geht mir schon den ganzen Tag nicht aus dem Kopf: disgruntled customer (etwa: vergrätzter, mißgelaunter Kunde). Schade, dass man es nicht disgruntlled schreibt, sonst wäre der Name des Hardware-Herstellers, der diesen Zustand bei mir zu verantworten hat, im Adjektiv gleich enthalten (rückwärts gelesen). Das wäre doch praktisch.
O Deutschland, deine Würste! Seit langem gibt es bei der ZEIT Online eine Serie namens Deutschlandkarte. In Form origineller, toll umgesetzter Infografiken bekommt man statistische Informationen zu allerlei kuriosen Themen. Beispielsweise: Wo gibts die meisten Wildschweine (Hessen), wo dreht die deutsche Filmindustrie am liebsten (Berlin vor Köln und München) oder welche kuriosen Namen geben Gemeinden ihren Erlebnisbädern (baff Eberswalde, Schwapp Fürstenwalde und eau-le Lemgo; das Spaßbad Westerwelle im Westerwald ist noch nicht umgesetzt).
Der aktuelle Beitrag befasst sich mit regionalen Wurstspezialitäten und ihren schönen Namen:
Wer häufig B2B-Marketing-Broschüren und -Websites liest, kennt sie zu Genüge: ausgeleierte Metaphern, die kaum etwas über ein Unternehmen und seine Produkte verraten. Die britische Agentur Bollington will fortan auf leere Klischées verzichten (ein schöner Vorsatz!) und versammelt auf Website 101 Clichés schon mal all jene Bild- und Sprachmetaphern, die seit langem totgeritten, aber offenbar nicht auszurotten sind.
Sowas zum Beispiel …
▲ Mann, sind wir innovativ. Wir helfen Ihnen, auch
so innovativ zu sein. Wir haben ganz viele Ideen.
▲ “Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen.”
▲ “Mit uns sparen Sie bares Geld.”
“Wir helfen Ihnen, wirtschaftlicher zu arbeiten.”
▲ Das ist kein Marketingklischee, sondern ein Bild, das mir gut gefällt.
Ohne Kresse würde so ein Keyboard allerdings bedeuten:
Wir sind ein modernes Unternehmen und wir arbeiten mit
modernen Mitteln für Ihren Erfolg. Sogar mit Computern.
▲ Wir entwickeln die richtige Strategie für Ihr Unternehmen.
(Auch, wenn wir unsere Denkmuskulatur für unser
eigenes Marketing erfolglos angestrengt haben.)
Den Mauszeiger auf die Bilder setzen, um mehr über die Bildurheber zu erfahren.
Das Sammeln von Wörtern war wohl der erste Hinweis darauf, dass ich irgendwas mit Sprache und Kommunikation am Laufen hatte. Schon im Grundschulalter machte ich Listen mit seltenen und interessant klingenden Wörtern, eine Gewohnheit, die ich lange beibehalten habe. Heute mache ich das nicht mehr, freue mich aber über seltene Funde.
Das Wort Durcheinander ist offenbar geeignet, besonders viele charmante Synonyme hervorzubringen. Langsam auf der Zunge zergehen lassen:
Gewirr
Tohuwabohu
Tumult
Wirrwarr, Wirrnis, Wirrsal
Kladderadatsch
Kuddelmuddel
Pallawatsch (österr. umgangssprachlich)
Ramasuri (bayr. und österr. umgangssprachlich)
Lotterwirtschaft
Schurrmurr (norddeutsch)
Laut Duden - Das Synonymwörterbuch, 4. Aufl. Mannheim 2007
Wenn ich Screenshots für Software-Bücher und -Anleitungen mache, mogle ich manchmal ein klein wenig mit Photoshop. Zum Beispiel, wenn ich ein Feature darstellen muss, dass es in der aktuellen Entwicklungsversion, die mir zur Verfügung steht, noch nicht gibt. Im großen Stil Screenshots zu faken, lohnt sich nicht - es ist zu aufwendig und man muss höllisch aufpassen, dass man nicht Dinge im Bild hat, die die Nutzer verwirren (weil es sie so gar nicht gibt). Aber manchmal komme ich eben nicht drum herum.
Anscheinend muss auch die Grafikabteilung von IKEA ab und zu Möbel darstellen, die es noch gar nicht gibt und bekommt dafür nur sehr ungenaue Vorgaben. Oder, was glaubt ihr, wie der Sessel “PS Selma” in Wirklichkeit aussieht? So doch wohl eher nicht. Knapp 300 Euro finde ich jedenfalls ein bißchen zu teuer für ein Stoffmusterbuch auf vier Beinen.
Ich bin Autorin und Texterin. Naturgemäß habe ich viel mit Wörtern zu tun. Das war eine kluge Berufswahl, denn Wörter gefallen mir. Als ich einigermaßen schreiben konnte, habe ich Listen mit Wörtern angefertigt, deren Klang mir gefiel. Ich streite mich manchmal um Bedeutungsnuancen. Ich suche immer den genauesten Begriff. Mein Wortschatz ist möglicherweise etwas größer als beim durchschnittlichen deutschen Muttersprachler.
Aber manchmal finde ich Wörter, die ich weder aktiv noch passiv beherrsche. Was ist der, die oder das Bokeh? Nein, nicht die Schreibweise für “Bouquet” nach der fünften Rechtschreibreform. Sondern was Fotografisches.
Als allerersten Artikel nach der spätsommerlichen Blogpause ein Fundstück, das kulinarische und werberisch-kommunikative Interessen bündelt, mir also sehr gut gefällt.
Als Bildschirmarbeiterin belastet man die Augen gehörig, da ist es nur klug, sich entsprechend gesund zu ernähren. Dass Möhren gut für die Augen sind, weiß jeder, aber auch Carrot Cake sorgt für besseres Sehen. Stevan Paul hat den Beweis, eine sehr schöne Anzeige für Dr. Oetker (sorry, liebe Textkolleginnen, ohne Longcopy).
Glücklicherweise ist der nächste Carrot-Cake-Dealer bloß knapp 10 Minuten vom Büro entfernt und meine liebe Kollegin tut auch ab und zu gern was für die Sehkraft. (Julia, wie wärs - heut nachmittag?)
Lustig: der Verlag Kiepenheuer & Witsch hat auf seiner Website eine Sammlung schöner Wort- und Redewendungsverdreher. Wer die virtuelle Versprecherkartei um einen eigenen Eintrag erweitern möchte, schickt eine Meldung an drehwort@kiwi-verlag.de. Und weil ohne Preis kein Fleiß, verlost KiWi unter den Einsendern allmonatlich ein Paket mit fünf Büchern.
Und textanfall ist mein Text-Schaufenster, Experimentierfeld und Werkstattbericht. Hier gibt's bereits Veröffentlichtes und neue Themen. Tipps zum Handwerk und interessante Fundstücke aus dem Netz und dem Leben. Kurz: Dinge, die mich interessieren. Und hoffentlich auch die gewogenen Blogbesucher.