Die zunehmende Digitalisierung und Verfacebookisierung der Welt produziert offenbar eine Sehnsucht nach der analogen Ära. “Analog” scheint angesichts des ganzen Publizierens und Teilens von digitalem Plunder schon per se als Qualitätsmerkmal wahrgenommen zu werden. Oder als etwas, mit dem man spielt.
Wir digitalen Einwanderer haben uns über ASCII-Art amüsiert, die digital eingeborene Jugend vergnügt sich mit … der Schreibmaschine. Keira Rathborne jedenfalls machts und nennt das Ganze dann Typewriter Art.
Noch toller find’ ich allerdings, was der Künstler Tyree Callahan macht. Er hat eine Underwood-Schreibmaschine zu einem Chromatic Typewriter umgebaut und kann damit nun auch Farbbilder malen, äh, tippen. Toll. (Danke an Moni, die mich auf diese Fährte gesetzt hat.)
Im Online-Tagesspiegel gibt es ein schönes Porträt des letzten Berliner Schreibmaschinenhändlers, Dietrich Tietz, zu lesen. Melancholisch: Der Porträtierte starb am Tag der Veröffentlichung des Artikels und hat ihn wahrscheinlich nicht mehr gelesen. Ob ihm die kreativen Zweckentfremdungen der Schreibmaschinen gefallen hätten?
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