Die zunehmende Digitalisierung und Verfacebookisierung der Welt produziert offenbar eine Sehnsucht nach der analogen Ära. “Analog” scheint angesichts des ganzen Publizierens und Teilens von digitalem Plunder schon per se als Qualitätsmerkmal wahrgenommen zu werden. Oder als etwas, mit dem man spielt.
Wir digitalen Einwanderer haben uns über ASCII-Art amüsiert, die digital eingeborene Jugend vergnügt sich mit … der Schreibmaschine. Keira Rathborne jedenfalls machts und nennt das Ganze dann Typewriter Art.
Noch toller find’ ich allerdings, was der Künstler Tyree Callahan macht. Er hat eine Underwood-Schreibmaschine zu einem Chromatic Typewriter umgebaut und kann damit nun auch Farbbilder malen, äh, tippen. Toll. (Danke an Moni, die mich auf diese Fährte gesetzt hat.)
Wer einen Garten oder auch nur einen Balkon besitzt, braucht nun nicht mehr länger untätig mit den Hufen scharren. Der Frühling kommt mit Macht, erste Gartenarbeiten können in Angriff genommen werden. Und machen viel Spaß, denn die Sonne wärmt lind den Pelz. Am kommenden Wochenende findet im Botanischen Garten der fast schon traditionelle Berliner Staudenmarkt statt. Dort kann man Nutz- und Zierpflanzen ansehen, beriechen, bestaunen und kaufen, erhält kostenlosen Expertenrat zu diversen Themen und Informationen zu anderen garten-nahen Themen. Und überhaupt ist das ein schöner Saisonauftaktstermin für Pflanzophile! Das Wetter soll am Wochenende wunderbar werden: Samstag sind bis zu 24 Grad und Sonne vorhergesagt. Schwerpunktthema in diesem Frühjahr sind alpine Pflanzen – also was für Steingartenliebhaber - es gibt aber auch ganz Handfestes wie etwa Tomaten oder interessante Neuigkeiten vom urbanen Gärtnern: Projekte wie der Prinzessinengarten stellen sich vor.
Berliner Staudenmarkt
2. und 3. April 2011
im Botanischen Garten in Berlin-Dahlem
Geöffnet 9 bis 18 Uhr
Wer denkt sich sowas aus? Mir fehlen die Worte, so schön ist das.
Gefunden wurde der Zettel von einer mir nicht näher bekannten Ulrike,
ich habe das Bild bei Notes of Berlin entdeckt. Da gibt es noch mehr Laternenzettel zu sehen.
Meine liebe Bürogemeinschaft sucht grade einen neuen Raum. Deswegen mache ich mir natürlich verstärkt Gedanken, wie die neue Arbeitsumgebung überhaupt aussehen soll. Interessanterweise gibt es eine ganze Menge Sites, die Arbeitsplatz-Fotos versammeln. Interessant, inspirierend und etwas zeitraubend, sich da durch zu klicken. Ich finde es aber nicht schlecht, sich ab und zu zu überlegen, ob nicht in einer anderen Umgebung die Ideen und Wörter besser fließen könnten. Ein gutes Linksprungbrett zum Thema ist das Blog der Weave.
Tipps für nicht all zu teure Büroräume oder auch einzelne Arbeitsplätze in den Berliner Bezirken Kreuzberg (S.O. 36), Prenzlauer Berg und Mitte (womit jetzt nicht Wedding gemeint sein soll) nehme ich gerne in den Kommentaren oder via Mail entgegen. Ruhig, hell und halbwegs strukturiert hätten wir’s gern, und nicht so ein Ding mit ganz viel Fluktuation, weil alle da nur projektbezogen arbeiten.
… macht bekanntlich häßlich. In Neukölln gibt es mehr schöne
Menschen als woanders, denn dort ist für alles gesorgt.
Zur Qualität der Betreuung kann ich nichts sagen, da ich das
fürsorgliche Angebot der Schillingbar bisher noch nicht in
Anspruch genommen habe. Kam heute nur zufällig vorbei.
Das Berliner Duo Stereo Total mit seinen verschrobenen, knarzenden, flotten kleinen Liedchen hat einen festen, unverrückbaren Platz in meinem Herzen und auf meinem iPod. Gegen Weihnachtsschwermut und zum kurzzeitigen Ausspannen von Familienirrsinn empfehle ich den berühmten Beziehungsdistanz-Schlager “Du bist schön von hinten”:
Klicken, um die Lyrics zu lesen (und mitzuträllern).
Nach dem Break gibts noch eins, da hört man Françoise dann auch Englisch singen!
Nein, wenn ich vom Büro nach Hause gehe, mische ich mich nicht unter die obdachlosen Jugendlichen, die am Alexanderplatz campen. Aber ich habe starke Heimatgefühle, wenn ich
den Alex sehe. Det is Berlin! (Hinweis für Touristen: offenes, kurzes A, doppeltes L. Allex, nicht Aahlex !)
Ein Ausgehtipp für Berlin. Obwohl, was heißt Tipp? Befehl. Ausgehbefehl. Dienstag, also morgen, am 27. Juli (so ab halb elf), spielt ein Freund von mir, nämlich der unglaublich nette und musikalische und mitreißende Eric Eckhart in Berlins Ami-Hangout, dem White Trash Fast Food, aber das darf er, denn er ist auch einer und gehört da sozusagen hin. Und die Musik passt auch sehr gut an diesen Ort. Anlass: er hat sein neues, das zweite, Album draußen. Hörschnipsel im Video. Und bitte sagt nicht, ihr hättet’s nicht gefunden: Wegbeschreibung.
Embrace your inner Hillbilly and come eat loads of
fried food and listen to a night of musical delights!
Lokal produzierte Imkerhonige schmecken köstlich. Sie sind im konventionellen Lebensmittelhandel kaum zu finden – neuerdings aber im Internet. Ich habe einen Artikel zum Thema geschrieben, der am 17. Juli in der taz erschien.
Das Summen über der Stadt
Auf dem Kreuzberger Dach stehen drei große Kästen in der Sonne. Tritt man näher, hört man es summen, ein leichter Wachsgeruch liegt in der Luft – es sind Bienenstöcke. Sabine Wagner ist Stadtimkerin, seit fünf Jahren hält sie Bienenvölker oben auf dem “Heilehaus” in der Waldemarstraße. Bienen in der Großstadt? Das ist weniger exotisch, als es scheint. In Berlin wird fleißig geimkert – auf Dächern, in Parks, auf Brachflächen und sogar am Rand von Friedhöfen. 560 Berliner Imker zählt der Deutsche Imkerbund, dazu kommen noch die Individualisten ohne Vereinsmitgliedschaft.
Im Jüdischen Museum Berlin ist gerade die Ausstellung Helden, Freaks und Superrabbis zu sehen. Bis zum 8. August läuft die Ausstellung noch - aber am besten jetzt gleich reingehen, man kennt das, zwei Tage nach dem Ende einer monatelang geöffneten Ausstellung fällt einem plötzlich wieder ein, dass man da dringend hinwollte und dann hat mans doch verpasst.
Einen Anlass zum Museumsbesuch gibts etwa am 2. Juni. Dann nämlich veranstalten das Museum und die Stadtzeitung zitty einen Comicquiz. Um 19:30 h in der Museumsbar (kommt jemand mit?). So richtig mit Teams (wenn man will – die Formation von AdHoc-Teams ist auch möglich), Getränken, Moderation und was man so braucht für ein gelungenes Besserwisserspektakel.
Wer vorab testen möchte, ob er oder sie fit genug ist für die Herausforderung, kann auf der Museumswebsite wechselnde Quizfragen beantworten. Zu gewinnen gibts natürlich Comics. Die Antwort auf die aktuelle Quizfrage ist, glaube ich, diese (s. Abb. links; es handelt sich um die Dame im Vordergrund).
PS: Im Berliner Fachblatt für englischsprachige Ex-Pats, dem Ex-Berliner, gibt’s anlässlich der Ausstellung ein Art-Spiegelman-Interview. Auf Englisch, versteht sich.
Und textanfall ist mein Text-Schaufenster, Experimentierfeld und Werkstattbericht. Hier gibt's bereits Veröffentlichtes und neue Themen. Tipps zum Handwerk und interessante Fundstücke aus dem Netz und dem Leben. Kurz: Dinge, die mich interessieren. Und hoffentlich auch die gewogenen Blogbesucher.