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Tag "Ausgehen Essen gehen"

Direkt an der Spree, unweit der S- und U-Bahnstation Jannowitzbrücke residiert der “Sozialverband Deutschland” in einem anthrazitfarbenen Betonkubus mit bunten Fassadenelementen. Im Erdgeschoss untergebracht ist das Restaurant “Ännchen von Tharau”, ein recht angenehmer Ort für die Mittagspause, wenn man mal ein wenig mehr Zeit hat als sonst. Der Raum hat große Fenster zur Spree, an freundlichen Wintertagen  kann man sich die Sonne auf die Nase scheinen lassen, im Sommer stehen Tische draußen. Die Kellner tragen klassisches Schwarz und Weiß und wedeln mit ihren langen Schürzen durch den Raum, es gibt Servietten und Tischdecken und alles ist deutlich über Kantinenniveau. Die Preise auch, doch für 5 – 7 EUR bekommt man ein wirklich leckeres Mittagessen. Die Mittagskarte wechselt täglich, daneben gibt’s auch ein paar (teurere) Standardgerichte.

Was man im “Ännchen” ganz gut machen kann, ist sich mit Kunden oder Kollegen für Businessgespräche zu treffen. Wenn das eigene Büro zu unrepräsentativ ist, beispielsweise, oder man gar keines hat. Die Atmosphäre ist dazu ruhig und diskret genug. Außerdem soll’s vor dem Lokal Auto-Parkplätze geben, die habe ich aber noch nicht selbst in Augenschein genommen – mein schmaler Drahtesel nimmt mit einem Laternenpfahl Vorlieb.

Nur warum das Lokal sich nach diesem notorisch ostpreußischen Lied benannt hat – das habe ich bisher noch nicht herausgefunden. Manchmal muss ich an die quälenden Blockflötenstunden denken, in denen ich genau dieses Lied üben musste, aber das ist schon lange her und auch wirklich das Einzige, was ich am “Ännchen” zu bemängeln habe…

Und jetzt alle:

Ännchen von Tharau ist’s, die mir gefällt,

Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.

Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz
Auf mich gerichtet, in Lieb und in Schmerz
… etc.

Ännchen von Tharau
Rolandufer 6
10179 Berlin (Mitte)
Telefon: (030) 7 26 20 20 70

Nahverkehr:
U- und S-Bahnhof Jannowitzbrücke, Bus 240

Öffnungszeiten:
Montags – Samstags 10 – 22 h
Sonntags ab 10 – 19 h
Mittagsgericht Montag – Freitag 11:30 – 15:30 h

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Wer den Wunsch verspürt, cineastisches Vergnügen mit physischer Abhärtung zu verbinden, kann ins Kino Central am Hackeschen Markt gehen. Das Programm ist Off bis Arthouse, viel OmU-Filme gibt’s, und an der zentralen Lage gibt es auch nichts auszusetzen. Angenehm auch, dass keine Werbung läuft. Aber! Die Säle sind unglaublich schlecht belüftet und viel zu heiß. Man hockt im schweißigen Mief der Leute vom Film vorher und weiß gar nicht, wohin mit den vielen ausgezogenen Jacken, Schals und Pullis. Und leider sind auch die Toiletten ein geruchliches Erlebnis der Sonderklasse. Und wegen der vielen Biere, die man ja gegen die Hitze trinkt, muss man … etc.

Aber trotzdem: Das gute Filmprogramm rechtfertigt das Leiden. Und außerdem gehört ein Projekt unterstützt, das im langsam zerbröselnden Haus Schwarzenberg dem Hyper-Streamline-Berlin-Mitte-Kommerz widersteht. Und die Leute, die im Central-Kino arbeiten, sind ungemein nett, außerdem gibt es da unglaublich leckeres Mangoeis.

Central Kino Berlin
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin (Mitte)
Tel. +49 (0) 30 28 59 99 73
Nahverkehr:
U 8 Weinmeisterstraße
S Hackescher Markt
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Schmuck’s Restauration – nur echt mit Apostroph! – ist eine brauchbare, allgemein unterschätzte Lunch-Adresse in Berlin-Mitte, bei der man auch gut (klein)bürgerlich frühstücken kann.

Schmuck’s hat den Charme des Unprätentiösen und Untrendigen. Der große, hohe und angenehme Raum ist eine Promenadenmischung aus Kantine, Restaurant und KMU-Besprechungsraum. Das Essen holt man sich am Tresen – rutsch, rutsch, das Tablett auf der umlaufenden Metallablage – wo es einem in bewährter Mensamanier aus Warmhaltebehältern auf den Teller verfrachtet wird.

Zu futtern gibt’s Solides bis Solidestes: Kassler mit Kartoffelpüree und Sauerkraut, Kässpätzle, Spanferkelbraten, Kohl- und Rindsrouladen und dergleichen mehr. Kaffee und Kuchen und eine etwas stiefmütterlich an der Seite geparkte Salattheke runden das Angebot ab.

Der Service ist flott und herzlich, die Preise moderat und die Portionen reichhaltig. Alles ist ein klitzekleines bissel zu weich gekocht und in Soße getränkt – kein neumodisches Gesundfutter also. Und auf die Idee, das vegetarische Essen zu nehmen, sollte man besser auch nicht kommen. Schmuck’s spielt seine Stärken eindeutig bei Fleischernem aus. Wer darauf steht, wird hier glücklich.

Schmuck´s Restauration
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin (Mitte)
Telefon (0 30) 22 33 65 17

Nahverkehr:
S Jannowitzbrücke (etwa 7 Minuten Fußweg)
U8 Heinrich-Heine-Straße (3 Minuten Fußweg)
U2 Märkisches Museum (5 Minuten Fußweg)

Öffnungszeiten:
Frühstück ab 7 h
Mittagessen ab 11:30 h

Die Tageskarte kann man vorab im Internet ansehen.

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Für kulinarisch interessierte Neukölln-Bewohner ist der kleine Familienbetrieb auf der Karl-Marx-Straße eine Insel der Seligkeit. Doch auch ohne die schäbige Nachbarschaft wäre das Tabibito nicht nur einen, sondern viele Besuche wert! Tatsächlich kommt auch viel Publikum aus entfernteren Bezirken, wie Sushimeister Mitsu erzählt.

Das Tabibito ist ein extrem nettes, fast intimes Restaurant. Dazu trägt nicht nur die geringe Größe der Lokalität bei, sondern auch die Familie, die es betreibt. Die drei sind sehr freundlich und herzlich, und wenn man sich Stammgast-Status erarbeitet hat, wird man mit Küsschen und Handschlag begrüßt und verabschiedet. Stammgast zu werden ist leicht: Das Sushi ist Spitzenklasse, die gekochten Fischgerichte (Lachs mit Teriyaki-Sauce!) und die meisten Vorspeisen (gedämpfte Krabben-Teigtaschen!) ebenso. Nach getaner Atzung tritt man dann wieder in die Welt hinaus und fühlt sich enorm beschwingt, heiter und ausgeglichen.

Japan-Restaurant Tabibito

Karl-Marx-Str. 56
12043 Berlin (Neukölln)
Telefon: +49 (0)30 6 24 13 45

Nahverkehr:
U7 Rathaus Neukölln

Geöffnet ab 18 Uhr, Dienstags ist Ruhetag

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