Vorschlag für ein längeres Zeitvertreib-Projekt

Hier publiziert am 1. Dezember 2009 | Schlagwort(e): , | 7 Kommentare »

Schlemmen. Yr up to it?


Göttin werden (wenigstens so ein bißchen)

Hier publiziert am 23. November 2009 | Schlagwort(e): , | 4 Kommentare »

Im Schöne-Dinge-Blog texterella ruft Susi Ackstaller zur Blogparade und fordert die Preisgabe von Schönheitsgeheimnissen. Gerne doch, Madame, ich fühle mich geehrt. Und schreibe:

Frauen sollen und wollen Göttinnen sein, wenigstens ab und zu (wie es sich mit den Männern verhält, weiß ich nicht so genau). Doch wenn man sich auf dem Weg zum göttinengleichen Dasein von der verschönernden Industrie führen lässt, erscheint er unbezwingbar: Nagelhäute müssen erweicht und zurückgestoßen werden, grauenvoll riechende Enthaarungskrem wird aufgetragen und samt der chemisch aufgeweichten Haare weggeschabt, Schlamm, Salz, Öl und Nanoteilchen sollen die Haut abreiben oder nähren, unbotmäßige Gerüche gehören gebändigt, trockene Haarspitzen versiegelt und Falten gesalbt. Wer durch kosmetische Riten zur Göttin werden will, muss durch die Niederungen des Organischen, der Unzulänglichkeit, der unzügelbaren Lüste und Schwächen (in Gestalt von „Problemzonen”). Das klappt doch nie! Hinter jedem Tiegel eine weitere Schwachstelle – das zieht runter, nie war der Olymp weiter entfernt.

Wirkliche Schönheitsgeheimnisse sind einfach und führen nicht durch erdenschwere Jammertäler sondern geradewegs zu Wohlbehagen und Unbesiegbarkeitsgefühl. Ich habe deren drei.

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Italien ist nur eine Minute entfernt: Ponte Carlo

Hier publiziert am 24. September 2009 | Schlagwort(e): , , | Den ersten Kommentar schreiben »

Wer per Rad oder Auto durch die Brückenstraße - die garstige Magistrale des Rungekiezes - fährt oder gar am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße aussteigt und dabei den Ausgang mit der ekligen Pommesbude erwischt (man bekommt schon vom Einatmen fettiges Haar - würg), ahnt nichts von den charmanten Seiten dieses Viertels. Dazu gehört auf jeden Fall die Caffeteria Ponte Carlo in der Brückenstraße, Ecke Rungestraße, direkt gegenüber von meinem Büro.

Das Ponte kommt dem Ideal der italienischen Bar näher als alle lifestyligen Kaffeebuden im schicken Prenzlauer Berg. Man bekommt die einschlägigen Kaffeespezialitäten, selbst gebackenen, oft sehr guten Kuchen (Crostata, die italienische Version der Tarte, Brownies und Cheesecake), eine kleine Auswahl an Mittagsgerichten und manchmal eine gehörige Portion Chaos.

Cheffe ist ein polyglottes Schlitzohr, kocht alles frisch - deswegen muss man immer ein bißchen warten - manchmal geht bei Bestellungen etwas schief, aber insgesamt ist es lecker und unterhaltsam dort. Es gibt W-Lan, gute Musik und man kann in Neon, Gala oder alten Spexen blättern. Und Wein - vor allem aus der Gegend um Asti - Espresso, Pasta und Kekse kann man in guter italienischer Qualität für billiges Geld auch zum Mitnehmen kaufen. Manchmal finden abends Weinproben statt.

Ponte Carlo - Caffeteria & Delicatezze
Brückenstraße 4 | 10179 Berlin (Mitte)

Öffnungszeiten 7:30 - 22 Uhr

Im Internet kann man sich die Tageskarte angucken.

Die Tageskarte hat einen ausgeprägten italienischen Akzent!


UPDATE: Genudelt am Alex: Trattoria Piazza Rossa

Hier publiziert am 27. Juli 2009 | Schlagwort(e): | 4 Kommentare »

Ursprünglich war das mal ein Text für Qype. Gewidmet all jenen, die hungrig über den Alex irren und nicht in einem der schrecklichen Imbisse am S-Bahnhof einkehren wollen.

Die “Trattoria Piazza Rossa” am Alexanderplatz - in dem Hochhausriegel rechts vom Roten Rathaus - scheint erfolgreich zu sein. Vor einiger Zeit zog man mit dem Restaurant von der Gebäudeecke ein Stückchen weiter nach rechts. Das neue Lokal ist riiiie-sig. Ich wundre mich, dass die Gerichte warm am Tisch ankommen, obwohl die Kellner nicht auf Rollschuhen servieren.

Auf den ersten Blick wirkt das Lokal etwas seelenlos, auf den zweiten auch. Im Sommer kann man aber ganz nett draußen sitzen. Die Küche ist ohne Überraschungen, doch zuverlässig. Die Trattoria soll mit dem “Il Casolare” an der Admiralsbrücke zusammenhängen, der Charakter ist aber ganz anders, viel cleaner und (angenehm!) nicht so wuselig. EDIT:Trattoria & Il Casolare haben nichts miteinander zu tun! Die Pasta schmeckt prima, das Vitello Tonnato (einmal getestet) war lecker. Die Pizza ist brauchbar, interessante Sorten gibt es und groß sind die belegten Teigfladen auch. Der anschließend dringend notwendige Espresso war allerdings lausig, sauer und ohne Crema.

Der Service ist freundlich, aber leider besonders Mittags etwas langsam und verpeilt, das habe ich schon mehrfach feststellen müssen. Dumm, denn mit speziellen Mittagsangeboten versucht man Büroarbeiter aus der Nachbarschaft anzulocken. Die wollen schnell zurück zur Arbeit und beißen ungeduldig in die Tischkante, wenn sie 15 Minuten auf die Rechnung warten müssen. Neuerdings haben die Kellner aber alle smarte Handhelds, vielleicht wird’s jetzt besser.

Doch trotz allem: Man kann da durchaus hingehen, wenn man grade in der Ecke ist.


Berlinerinnen und Berliner, geht “Achterbahn” gucken

Hier publiziert am 2. Juli 2009 | Schlagwort(e): , | 2 Kommentare »

“Ein Drama shakespear’scher Dimension” nannte Regisseur Peter Dörfler bei der Berlinale-Premiere den Stoff seines Dokumentarfilms. Er übertreibt nicht: Norbert Witte, ein Schausteller, der mit seiner Familie und seinem Unternehmen schon durch einige Höhen und Tiefen des Lebens gegangen ist, übernimmt nach der Wende das Gelände des Spreeparks in Berlin-Treptow. Das Projekt seines Lebens. Er baut das Unternehmen im großen Stil um und auf und scheitert schließlich grandios. Bei Nacht und Nebel verlässt er mit seiner Familie und den Fahrgeschäften Berlin und setzt sich nach Peru ab.

Ein Neuanfang dort will nicht gelingen. Der Zoll hält einige Fahrgeschäfte zurück, die funktionierenden spielen Schulden ein. Als das Geld kaum mehr für Essen reicht, gehen Ehefrau und Töchter zurück nach Deutschland. Vater und Sohn bleiben. Der Plan, 180 Kilo Kokain im Gestänge eines “Fliegenden Teppichs” nach Deutschland zu schmuggeln und so den brachliegenden Spreepark wieder flott zu machen, fliegt auf.

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Futter für Kopfarbeiter: Suppengrün

Hier publiziert am 27. Mai 2009 | Schlagwort(e): , , | Den ersten Kommentar schreiben »

Auch wer nur auf sein Computerkeyboard einschlägt, muss ab und zu was essen. In meinem Bürokiez gibt es zahlreiche Möglichkeiten zum Essenfassen. Diese Berliner Ecke an der Grenze von Mitte und Kreuzberg ist tagsüber ein veritabler Tummelplatz für Medienmenschen, Freelancer und andere Kopfarbeiter - die Lunch-Infrastruktur ist entsprechend gut. Nachts zieht hier die Clubcrowd rum - aber das ist eine andere Geschichte …

Wer gerne gesund und gut speisen will, geht ins Suppengrün. Man isst im Stehen, wird nett und flott bedient und belastet den Organismus nicht zu sehr. Will sagen: das Essen ist leicht und frisch gemacht und man kann danach an den Schreibtisch zurückkehren, ohne ins Verdauungskoma zu fallen.

Lecker ist es meistens, und man lernt Suppenkreationen aus aller Herren Länder kennen. In der Küche wird manchmal etwas zu wild gewürzt: Aus den Kokosmilch-Curry-Kreationen muss man Zitronengrasstängel und Blätter in Massen rausangeln, außerdem findet sich das trendige Asia-Laub durchaus auch in europäischen Standardsuppen! Gemüsesuppen enthalten immer sehr viel grob zerhackten Stangensellerie (praktiziert der Koch Kung-Fu-Übungen und zerlegt den Sellerie mit dem Schwert?) .

Jede Woche gibts eine neue Suppenauswahl, die Wochenkarte steht auch im Internet. Allerdings sind die Suppenpreise gesalzen: Um die vier Euro fünfzig für ein kleines Terrinchen Suppe? Uneingeschränkt empfehlenswert sind die obstigen Tartes, die auch wirklich recht günstig sind. Der Kaffee ist auch gut. Und die Salatauswahl ist fabulös! Hier stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Trotz des Namens sind eigentlich die Salate - nicht die Suppen - das Highlight dieses Lunchladens.

Suppengrün
Inselstraße 1a
10179 Berlin (Mitte)

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag 08:00 h - 18:00 h
Zwischen eins und zwei ist die Schlange am längsten.

Verkehrsanbindung:
U2 Märkisches Museum oder U8 Heinrich-Heine-Straße mit ca. 5 Minuten Fußweg

Bild: only_point_five via Flickr, Foto steht unter Creative-Commons-Lizenz, für Nutzungsbedingungen klicken.


Weinselig in KW

Hier publiziert am 13. Mai 2009 | Schlagwort(e): | Den ersten Kommentar schreiben »

Es wird wärmer und die Zeit der Umlandausflüge ist da. Königs Wusterhausen (vulgo “KW”) liegt grade noch innerhalb des S-Bahn-Rings (Endstation der S 46), es ist ein ganz ansehnliches Örtchen, man kann in der Gegend schön spazieren, sich ein Schloss und ein Radiomuseum ansehen, im Herbst gibts rundum Pilze und im Sommer die Tonseen zum Baden. Ein lohnendes Ausflugsziel also. Aber Königs Wusterhausen weckt nicht grade hohe Erwartungen hinsichtlich kulinarischer Genüsse: Schon der S-Bahn-Vorplatz empfängt einen mit einer grässlichen Imbissbude (samt jungen männlichen Tarnfleck-Trägern). Doch dann kam’s bei unserer letzten Umland-Exkursion ganz anders…

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Mittagstisch mit Sonnenbad: Ännchen von Tharau

Hier publiziert am 25. November 2008 | Schlagwort(e): , , | Den ersten Kommentar schreiben »

Direkt an der Spree, unweit der S- und U-Bahnstation Jannowitzbrücke residiert der “Sozialverband Deutschland” in einem anthrazitfarbenen Betonkubus mit bunten Fassadenelementen. Im Erdgeschoss untergebracht ist das Restaurant “Ännchen von Tharau”, ein recht angenehmer Ort für die Mittagspause, wenn man mal ein wenig mehr Zeit hat als sonst. Der Raum hat große Fenster zur Spree, an freundlichen Wintertagen  kann man sich die Sonne auf die Nase scheinen lassen, im Sommer stehen Tische draußen. Die Kellner tragen klassisches Schwarz und Weiß und wedeln mit ihren langen Schürzen durch den Raum, es gibt Servietten und Tischdecken und alles ist deutlich über Kantinenniveau. Die Preise auch, doch für 5 - 7 EUR bekommt man ein wirklich leckeres Mittagessen. Die Mittagskarte wechselt täglich, daneben gibt’s auch ein paar (teurere) Standardgerichte.

Was man im “Ännchen” ganz gut machen kann, ist sich mit Kunden oder Kollegen für Businessgespräche zu treffen. Wenn das eigene Büro zu unrepräsentativ ist, beispielsweise, oder man gar keines hat. Die Atmosphäre ist dazu ruhig und diskret genug. Außerdem soll’s vor dem Lokal Auto-Parkplätze geben, die habe ich aber noch nicht selbst in Augenschein genommen - mein schmaler Drahtesel nimmt mit einem Laternenpfahl Vorlieb.

Nur warum das Lokal sich nach diesem notorisch ostpreußischen Lied benannt hat - das habe ich bisher noch nicht herausgefunden. Manchmal muss ich an die quälenden Blockflötenstunden denken, in denen ich genau dieses Lied üben musste, aber das ist schon lange her und auch wirklich das Einzige, was ich am “Ännchen” zu bemängeln habe…

Und jetzt alle:

Ännchen von Tharau ist’s, die mir gefällt,

Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.

Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz
Auf mich gerichtet, in Lieb und in Schmerz
… etc.

Ännchen von Tharau
Rolandufer 6
10179 Berlin (Mitte)
Telefon: (030) 7 26 20 20 70

Nahverkehr:
U- und S-Bahnhof Jannowitzbrücke, Bus 240

Öffnungszeiten:
Montags - Samstags 10 - 22 h
Sonntags ab 10 - 19 h
Mittagsgericht Montag - Freitag 11:30 - 15:30 h


Olfaktorisches Kino mit Kulturanspruch

Hier publiziert am 10. November 2008 | Schlagwort(e): , | Den ersten Kommentar schreiben »

Wer den Wunsch verspürt, cineastisches Vergnügen mit physischer Abhärtung zu verbinden, kann ins Kino Central am Hackeschen Markt gehen. Das Programm ist Off bis Arthouse, viel OmU-Filme gibt’s, und an der zentralen Lage gibt es auch nichts auszusetzen. Angenehm auch, dass keine Werbung läuft. Aber! Die Säle sind unglaublich schlecht belüftet und viel zu heiß. Man hockt im schweißigen Mief der Leute vom Film vorher und weiß gar nicht, wohin mit den vielen ausgezogenen Jacken, Schals und Pullis. Und leider sind auch die Toiletten ein geruchliches Erlebnis der Sonderklasse. Und wegen der vielen Biere, die man ja gegen die Hitze trinkt, muss man … etc.

Aber trotzdem: Das gute Filmprogramm rechtfertigt das Leiden. Und außerdem gehört ein Projekt unterstützt, das im langsam zerbröselnden Haus Schwarzenberg dem Hyper-Streamline-Berlin-Mitte-Kommerz widersteht. Und die Leute, die im Central-Kino arbeiten, sind ungemein nett, außerdem gibt es da unglaublich leckeres Mangoeis.

Central Kino Berlin
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin (Mitte)
Tel. +49 (0) 30 28 59 99 73
Nahverkehr:
U 8 Weinmeisterstraße
S Hackescher Markt

Das Paradies für Carnophile: Schmuck’s Restauration

Hier publiziert am 10. November 2008 | Schlagwort(e): , , | Den ersten Kommentar schreiben »

Schmuck’s Restauration - nur echt mit Apostroph! - ist eine brauchbare, allgemein unterschätzte Lunch-Adresse in Berlin-Mitte, bei der man auch gut (klein)bürgerlich frühstücken kann.

Schmuck’s hat den Charme des Unprätentiösen und Untrendigen. Der große, hohe und angenehme Raum ist eine Promenadenmischung aus Kantine, Restaurant und KMU-Besprechungsraum. Das Essen holt man sich am Tresen - rutsch, rutsch, das Tablett auf der umlaufenden Metallablage - wo es einem in bewährter Mensamanier aus Warmhaltebehältern auf den Teller verfrachtet wird.

Zu futtern gibt’s Solides bis Solidestes: Kassler mit Kartoffelpüree und Sauerkraut, Kässpätzle, Spanferkelbraten, Kohl- und Rindsrouladen und dergleichen mehr. Kaffee und Kuchen und eine etwas stiefmütterlich an der Seite geparkte Salattheke runden das Angebot ab.

Der Service ist flott und herzlich, die Preise moderat und die Portionen reichhaltig. Alles ist ein klitzekleines bissel zu weich gekocht und in Soße getränkt - kein neumodisches Gesundfutter also. Und auf die Idee, das vegetarische Essen zu nehmen, sollte man besser auch nicht kommen. Schmuck’s spielt seine Stärken eindeutig bei Fleischernem aus. Wer darauf steht, wird hier glücklich.

Schmuck´s Restauration
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin (Mitte)
Telefon (0 30) 22 33 65 17

Nahverkehr:
S Jannowitzbrücke (etwa 7 Minuten Fußweg)
U8 Heinrich-Heine-Straße (3 Minuten Fußweg)
U2 Märkisches Museum (5 Minuten Fußweg)

Öffnungszeiten:
Frühstück ab 7 h
Mittagessen ab 11:30 h

Die Tageskarte kann man vorab im Internet ansehen.