❧  textanfall

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Tag "Alltagsleben"

Ich arbeite freiberuflich, meistens alleine und oft auch kreativ.  Deswegen sind In-den-Fluss-Kommen, Arbeitsmotivation und überhaupt das Herstellen des Zustandes, in dem ich gut arbeiten kann, für mich sehr wichtige Themen. Latent habe ich das immer im Blick, ich sehe mir selbst immer ein bisschen beim Arbeiten zu. Und das schon seit vielen Jahren. Dabei sind mir ein paar Sachen aufgefallen:

  • Der Drang zur Perfektion hemmt. Ungemein. Schafft man es, sich davon zu befreien – und zwar wirklich (nicht denken: um perfekt zu sein, muss ich nur meinen Perfektionismus abstreifen) – fluppt die Arbeit fast von selbst. Ein Mittel dazu ist, sich selbst immer wieder die Erlaubnis zu geben, irgendwas ganz Unperfektes zu machen. (Na gut, das ist nicht besonders weise, das steht in jedem Produktivitätsbuch auf der dritten Seite. Aber ich lese gar keine Produktivitätsbücher. Und es ist wirklich was Anderes, wenn man die Erfahrung am eigenen Leib macht.)
  • Ich weiß nicht, ob wirklich jeder Mensch kreativ ist, wie immer gern behauptet wird. Vielleicht jeder Mensch ein bisschen, und manche etwas mehr? Ich habe aber beobachtet, dass kreative Tätigkeit auf einem Gebiet auch woanders Kreativität freisetzt. Wenn ich mit Freude einen alten Stuhl mit Rosenmuster bemale, fällt auch das Schreiben hinterher leicht.
  • Wenn das, was man unternimmt, um besser arbeiten zu können, auch nur eine Pflichtübung ist, hilft es nicht so gut. Arbeitsbefördernde Maßnahmen sollten Spaß machen.

Ich habe jetzt ein Tool gefunden, mit dem ich unperfekt kreativ bin und dessen Benutzung mir viel Freude bereitet. Ganz nebenbei kann ich es – wenn ich möchte – auch wirklich produktiv einsetzen. Es kostet 79 Cent (ein iPad sollte man schon haben) und heißt PenUltimate.

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Donnerstag mittag saß ich am Schreibtisch und wurde dabei beobachtet. Hinter einem Fenster des Hauses gegenüber, im vierten Stock, sah ich den Schemen eines nackten Männeroberkörpers, ein dicker schwarzer Schnauzbart zierte das Gesicht. Und dieser Kerl glotze mich beharrlich an, über Minuten! “So ein blöder Wichser”, dachte ich und  fühlte mich unbehaglich. Später habe ich die Begebenheit mehreren Freunden empört erzählt.

Heute, ein paar Tage später, stehe ich früh zähneputzend am Fenster und sehe wieder den halb vom hellen Vorhang verhüllten Körperschemen und bin schon etwas besorgt über den unangenehmen neuen Nachbarn. Plötzlich bewegt sich die Gestalt in gänzlich unerwarteter Weise, und da erkenne ich: es ist in großer, hellbeiger Hund, dessen dicke schwarze Nase ich aus der Entfernung und wegen meiner Kurzsichtigkeit als Schnäuzer interpretiert habe. In seiner Langeweile hat er die Vorderbeine aufs Fensterbrett gestemmt und sieht auf die Straße. Aber einen durchdringenden Blick hat das Tier! Ganz dunkel umrahmte Augen.

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“Heute Abend gibts Spankel!”, verkündet frohgemut der italienische Inhaber des Ponte Carlo. Das wird vermutlich ein ganz kleiner Braten, wenn die Silben noch nicht mal fürs Spanferkel reichen.

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Ich kann am besten da arbeiten, wo es nicht so sehr nach “Büro” aussieht. Mir gefallen zum Beispiel diese Gartenschupp…, äh, Worksheds. Ich könnte mir auch vorstellen, in so einem umgebauten Zirkuswagen zu arbeiten oder auf einem Hausboot (habe schon mal kurzzeitig auf einem gewohnt und als alte Seglerin hab ich eh einen Bezug zu allem, was wässrig ist und ein bißchen schaukelt). Und es gibt noch eine Menge anderer Orte, die ich inspirierend und toll finde. Wie zum Beispiel das hier:

Die Cartoonistin und Illustratorin Wendy McNaughton hat diesen Workplace für eine Designmesse entworfen. Ganz schön viel Sperrholz [1], aber ich mag den Humor, den Möbelmix, die kreative Athmosphäre und den Werkstattcharakter.

Und nun würde mich aber interessieren:  Wie sieht euer idealer Arbeitsplatz aus? Schickt Fotos, Links, Wortbeiträge und Zeichnungen!

[1]  Und was spricht eigentlich gegen Sperrholz? Ich mag’s! Wohnte ich etwas näher dran, würde ich versuchen, in dieser wunderbar sperrholzigen Co-Working-Welt einen Platz zu kriegen.

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So ganz ungelobt gehe ich nicht durchs Leben. Manchmal bekomme ich Mails von begeisterten Lesern oder Workshopteilnehmern, denen ich das eine oder andere Glühbirnen-Erlebnis verschafft habe. Redakteuren gefallen meine Texte in der Regel und manchmal sagen sie’s auch. Meine Kunden freuen sich über leserfreundliche, anschauliche Webtexte, Pressemeldungen und Anderes, und deren Kunden dann hoffentlich auch.

Aber heute flatterte mir die beste Fanpost ins Mailpostfach, die ich je las. Die Kurzform: Inhaltlich interessiert mich dein Blog eigentlich gar nicht, aber ich habe es trotzdem gelesen, weil es so gut geschrieben ist. Ist das nicht das beste Texterlob, das man sich denken kann? Yesss, genau so will ich immer schreiben! Damit das passiert. Ich mit meinen Texten Leute interessiere und in den Bann schlage.

Mit Erlaubnis des Verfassers hier der leicht gekürzte Originalwortlaut. Weil ich mich so gefreut habe. Und weil es wirklich ein Ansporn ist, gut zu schreiben – nicht nur für mich, sondern hoffentlich auch für Kolleginnen und Kollegen. Und ein Plädoyer für professionelle Texte von Leuten, die ihr Handwerk verstehen.

Hallo Sibylle,

du hattest auf dem *****-Blog den Beitrag über die *****  kommentiert. […] Deinen Blog habe ich mir kurz angesehen, bin dann länger hängengeblieben. Nicht wegen der Inhalte. Die sind für mich – mit Ausnahme der *****themen – nicht interessant. Aber der Schreibstil. So gut konsumierbare Beiträge habe ich bisher nicht gesehen. Konsumierbar meine ich dabei nicht im kapitalistischen Sinne. […] Bei Dir sehe ich die Freude am Schreiben und Beschreiben. Die sehr kurzen Sätze machen Spaß. Die Hervorhebungen lassen den Text schnell erschließen. Der Satzbau ist abwechslungsreich. Zwischenüberschriften strukturieren gut. Ich sehe viele gut gewählte und interessante Adjektive. […] Dann habe ich deinen Stil gesehen und mich gefreut. Weil er mir sehr gut gefällt. Bei all den Aus- und Fortbildungen für Online-Schreiber: so gut umgesetzt gesehen habe ich es bisher nicht.

Gute Texte wirken eben doch!

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Ich fühle mich, als wäre mein Haustier gestorben. Dabei habe ich gar kein Haustier. Ein Fahrrad allerdings auch nicht mehr. Vorgestern verschwand mein Stevens-Rad – Stahlrahmen, klassische Diamant-Rahmengeometrie, gut gepflegt – aus meinem Hof. Das sauber durchtrennte Schloss haben die Diebe da gelassen. Ich fuhr es seit 2002 und wollte es eigentlich noch so lange benutzen, bis ich zu alt bin, um drauf zu kommen. Ich habe es sehr gemocht. Eigentlich will ich es wiederhaben, aber das wird wohl nichts. Bis ich einen neuen zweirädrigen Gefährten gefunden habe, tröste ich mich mit diesem Video!

“The Bike” von Alex Marco. Via. Interessant ist auch, dass dies kein “Videoclip” in unserem Sinne ist, sondern ein Scopitone-Filmchen. Das waren Jukeboxes mit Bewegtbildern!

Update

Der schreckliche fahradlose Zustand ist beendet. Ich bin jetzt offiziell in einen Haufen Stahlrohre verliebt …

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Die Stille nach dem Einwahlrauschen war immer so schön. Wenn man dann endlich “drin” war.

Komisch, dass das Neue Medium trotz aller Beschwerlichkeiten (die “Geschwindigkeit”! mit 28-K-Modem!) gleich so faszinierend war für so viele.

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Wer denkt sich sowas aus? Mir fehlen die Worte, so schön ist das.

Gefunden wurde der Zettel von einer mir nicht näher bekannten Ulrike,
ich habe das Bild bei Notes of Berlin entdeckt. Da gibt es noch mehr Laternenzettel zu sehen.

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