Inspirierende Arbeitsplätze

Hier publiziert am 30. November 2011 | Schlagwort(e): , | 15 Kommentare »

Ich kann am besten da arbeiten, wo es nicht so sehr nach “Büro” aussieht. Mir gefallen zum Beispiel diese Gartenschupp…, äh, Worksheds. Ich könnte mir auch vorstellen, in so einem umgebauten Zirkuswagen zu arbeiten oder auf einem Hausboot (habe schon mal kurzzeitig auf einem gewohnt und als alte Seglerin hab ich eh einen Bezug zu allem, was wässrig ist und ein bißchen schaukelt). Und es gibt noch eine Menge anderer Orte, die ich inspirierend und toll finde. Wie zum Beispiel das hier:

Die Cartoonistin und Illustratorin Wendy McNaughton hat diesen Workplace für eine Designmesse entworfen. Ganz schön viel Sperrholz [1], aber ich mag den Humor, den Möbelmix, die kreative Athmosphäre und den Werkstattcharakter.

Und nun würde mich aber interessieren:  Wie sieht euer idealer Arbeitsplatz aus? Schickt Fotos, Links, Wortbeiträge und Zeichnungen!

[1]  Und was spricht eigentlich gegen Sperrholz? Ich mag’s! Wohnte ich etwas näher dran, würde ich versuchen, in dieser wunderbar sperrholzigen Co-Working-Welt einen Platz zu kriegen.


Höchstes Texterlob

Hier publiziert am 23. Mai 2011 | Schlagwort(e): , | 5 Kommentare »

So ganz ungelobt gehe ich nicht durchs Leben. Manchmal bekomme ich Mails von begeisterten Lesern oder Workshopteilnehmern, denen ich das eine oder andere Glühbirnen-Erlebnis verschafft habe. Redakteuren gefallen meine Texte in der Regel und manchmal sagen sie’s auch. Meine Kunden freuen sich über leserfreundliche, anschauliche Webtexte, Pressemeldungen und Anderes, und deren Kunden dann hoffentlich auch.

Aber heute flatterte mir die beste Fanpost ins Mailpostfach, die ich je las. Die Kurzform: Inhaltlich interessiert mich dein Blog eigentlich gar nicht, aber ich habe es trotzdem gelesen, weil es so gut geschrieben ist. Ist das nicht das beste Texterlob, das man sich denken kann? Yesss, genau so will ich immer schreiben! Damit das passiert. Ich mit meinen Texten Leute interessiere und in den Bann schlage.

Mit Erlaubnis des Verfassers hier der leicht gekürzte Originalwortlaut. Weil ich mich so gefreut habe. Und weil es wirklich ein Ansporn ist, gut zu schreiben – nicht nur für mich, sondern hoffentlich auch für Kolleginnen und Kollegen. Und ein Plädoyer für professionelle Texte von Leuten, die ihr Handwerk verstehen.

Hallo Sibylle,

du hattest auf dem *****-Blog den Beitrag über die *****  kommentiert. […] Deinen Blog habe ich mir kurz angesehen, bin dann länger hängengeblieben. Nicht wegen der Inhalte. Die sind für mich – mit Ausnahme der *****themen – nicht interessant. Aber der Schreibstil. So gut konsumierbare Beiträge habe ich bisher nicht gesehen. Konsumierbar meine ich dabei nicht im kapitalistischen Sinne. […] Bei Dir sehe ich die Freude am Schreiben und Beschreiben. Die sehr kurzen Sätze machen Spaß. Die Hervorhebungen lassen den Text schnell erschließen. Der Satzbau ist abwechslungsreich. Zwischenüberschriften strukturieren gut. Ich sehe viele gut gewählte und interessante Adjektive. […] Dann habe ich deinen Stil gesehen und mich gefreut. Weil er mir sehr gut gefällt. Bei all den Aus- und Fortbildungen für Online-Schreiber: so gut umgesetzt gesehen habe ich es bisher nicht.

Gute Texte wirken eben doch!


Le Bike (Update)

Hier publiziert am 31. März 2011 | Schlagwort(e): , , | 6 Kommentare »

Ich fühle mich, als wäre mein Haustier gestorben. Dabei habe ich gar kein Haustier. Ein Fahrrad allerdings auch nicht mehr. Vorgestern verschwand mein Stevens-Rad – Stahlrahmen, klassische Diamant-Rahmengeometrie, gut gepflegt – aus meinem Hof. Das sauber durchtrennte Schloss haben die Diebe da gelassen. Ich fuhr es seit 2002 und wollte es eigentlich noch so lange benutzen, bis ich zu alt bin, um drauf zu kommen. Ich habe es sehr gemocht. Eigentlich will ich es wiederhaben, aber das wird wohl nichts. Bis ich einen neuen zweirädrigen Gefährten gefunden habe, tröste ich mich mit diesem Video!

“The Bike” von Alex Marco. Via. Interessant ist auch, dass dies kein “Videoclip” in unserem Sinne ist, sondern ein Scopitone-Filmchen. Das waren Jukeboxes mit Bewegtbildern!

Update

Der schreckliche fahradlose Zustand ist beendet. Ich bin jetzt offiziell in einen Haufen Stahlrohre verliebt … Ja, weiter »


Techniknostalgie

Hier publiziert am 27. März 2011 | Schlagwort(e): , | 2 Kommentare »

Die Stille nach dem Einwahlrauschen war immer so schön. Wenn man dann endlich “drin” war.

Komisch, dass das Neue Medium trotz aller Beschwerlichkeiten (die “Geschwindigkeit”! mit 28-K-Modem!) gleich so faszinierend war für so viele.


Überwältigende Zuneigung zu den Menschen meiner Heimatstadt

Hier publiziert am 21. März 2011 | Schlagwort(e): , | Ein Kommentar »

Wer denkt sich sowas aus? Mir fehlen die Worte, so schön ist das.

Gefunden wurde der Zettel von einer mir nicht näher bekannten Ulrike,
ich habe das Bild bei Notes of Berlin entdeckt. Da gibt es noch mehr Laternenzettel zu sehen.


Wie arbeiten die Anderen? (Und ich, bald?)

Hier publiziert am 11. März 2011 | Schlagwort(e): , , | Den ersten Kommentar schreiben »

Meine liebe Bürogemeinschaft sucht grade einen neuen Raum. Deswegen mache ich mir natürlich verstärkt Gedanken, wie die neue Arbeitsumgebung überhaupt aussehen soll. Interessanterweise gibt es eine ganze Menge Sites, die Arbeitsplatz-Fotos versammeln. Interessant, inspirierend und etwas zeitraubend, sich da durch zu klicken. Ich finde es aber nicht schlecht, sich ab und zu zu überlegen, ob nicht in einer anderen Umgebung die Ideen und Wörter besser fließen könnten. Ein gutes Linksprungbrett zum Thema ist das Blog der Weave.

Tipps für nicht all zu teure Büroräume oder auch einzelne Arbeitsplätze in den Berliner Bezirken Kreuzberg (S.O. 36), Prenzlauer Berg und Mitte (womit jetzt nicht Wedding gemeint sein soll) nehme ich gerne in den Kommentaren oder via Mail entgegen. Ruhig, hell und halbwegs strukturiert hätten wir’s gern, und nicht so ein Ding mit ganz viel Fluktuation, weil alle da nur projektbezogen arbeiten.


Schöne Gesichter …

Hier publiziert am 11. März 2011 | Schlagwort(e): | 2 Kommentare »

… das sind eigentlich nicht die, die aussehen wie in Magazinen, im Fernsehen und der Werbung. Sondern die, an denen man sich nicht satt sehen kann. Die man immer wieder abgrasen will mit Blicken. Bei den Magazinsschönheiten gleitet der Blick doch schnell wieder weg, gelangweilt.

Eigentlich trivial, aber es fiel mir jetzt grade wieder auf.


Musikhören spät am Abend

Hier publiziert am 11. Februar 2011 | Schlagwort(e): , | Ein Kommentar »

… und die Platte und der Moment passen so gut zusammen, dass man die elektrische Zahnbürste stehen lässt und die Zähne ausnahmsweise manuell bürstet, um keine köstliche Sekunde zu verpassen. Mach nur ich das so?

Brian Eno, 1982: A Clearing (von dem Album – damals hatte man noch Alben – Ambient 4: On Land)

Ich habe mir diese Platte als ganz junges Mensch Mitte der Achtziger Jahre gekauft. Ich habe sie oft gespielt und höre sie heute immer noch gerne. Ich kann sie sozusagen auswendig.

PS: Weiß jemand, wie man in WP eingebettete Videos zentriert?


Alleine trinken …

Hier publiziert am 27. Januar 2011 | Schlagwort(e): , | 3 Kommentare »

… macht bekanntlich häßlich. In Neukölln gibt es mehr schöne
Menschen als woanders, denn dort ist für alles gesorgt.

Zur Qualität der Betreuung kann ich nichts sagen, da ich das
fürsorgliche Angebot der Schillingbar bisher noch nicht in
Anspruch genommen habe. Kam heute nur zufällig vorbei.


Wie ich einmal ein Moleskine-Notizheft kaufte
(Klagelied einer Schreibwaren-Abhängigen)

Hier publiziert am 17. November 2010 | Schlagwort(e): , , | 13 Kommentare »

Denken und schreiben

Ich schreibe sehr viel. Schreiben ist mein Beruf. Nicht immer benutze ich dafür einen Computer. Wenn besonders flüchtige Gedanken festgehalten werden müssen – also Ideen, erste Entwürfe, Ahnungen, Intuitionen, Formulierungen – schreibe ich mit der Hand. Der Weg zum Computer wäre ein viel zu langer Umweg, ich würde den Gedanken verlieren. Spätestens, wenn mir der Cursor entgegenblinkte, wäre mein Hirn ebenso leer wie das weiße Textdokument vor mir. Ich brauche also Stift und Papier, um zu arbeiten. Welcher Stift das ist, steht fest: ein alter Steno-Füller der Marke Pelikan, ich habe ihn mir gekauft, als ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin, das war vor über zwanzig Jahren. Wir sind wunderbar aneinander gewöhnt, er und ich. Wenn ich ihn in der Hand habe, bekomme ich auch zarteste Gedankenknospen leicht aufs Papier. Beim Papier bin ich auch wählerisch, aber nicht so festgelegt. Konzepte schreibe ich meist auf lose A4-Bögen, gerne auch auf welche, die vormals einem anderen Zweck dienlich waren, das befreit vom Zwang zur Perfektion. Paradiesisch, als ich in der Nachbarschaft einer Druckerei arbeitete und dort großzügig mit Fehlbedrucktem beschenkt wurde. Lange schrieb ich auf der Rückseite falsch gedruckter Noten, an die crèmefarbene Glätte des Papiers denke ich heute noch manchmal.

Das ideale Notizheft

Notizhefte brauche ich aber auch! Für Ideen und Konzepte, die nicht so schnell in die digitale Form überführt werden, die reifen müssen und mich längere Zeit begleiten. Für Kleinnotizen, die auf Zettelchen sonst verloren gingen. Auf Reisen. Und Notizbücher und -hefte sind ein schwieriges Thema. Auf keinen Fall dürfen sie zu repräsentativ aussehen. Buchbinden kann ich sowieso selbst, da brauche ich keine fünfunddreissig Euro in einem “reiche-Weiber-Schreibwarenladen” (Max Goldt) hinzulegen. Außerdem hemmt mich die buchbinderische Prachtentfaltung, und transportabel sind diese Renommierbrocken kaum. Damit es für mich funktioniert, muss das Notizbuch Arbeitsgerät-Appeal haben. Die Seiten sollten liniert sein, der Linienabstand darf gerne etwas enger sein als normal, um meine große Handschrift etwas in Schach zu halten. Ganz wichtig: die Lineatur darf nicht zu dunkel sein. Getöntes Papier mag ich lieber als weißes. Bei den Covern bin ich nicht so zimperlich: weiche fassen sich besser an, harte geben eine gute Unterlage beim Schreiben unterwegs – beides ist gut. Die Hauptsache, das Heft lässt sich gut aufklappen.

Im Prinzip habe ich mein ideales Notizgerät schon gefunden. Der Hersteller heißt Whitelines, kommt aus Schweden, und die Idee ist genial: hellgrau getöntes Papier mit weißen Linien. Gibts in diversen Größen und Bindungen, bezahlbar auch. Jedoch, ach und weh: Das komplette Whitelines-Sortiment ist nur in einem Schreibwarenladen am anderen Ende der Stadt erhältlich!

Suche nach dem zweitbesten Notizheft

Deswegen nahm ich einen mittäglichen Nachdenk-Spaziergang zum Anlass, um in einigen vielversprechenden Geschäften in der Nachbarschaft nach Alternativen zu schauen. Ich fand aber keine. Nach einigem Winden griff ich zu einem Heft von Moleskine. Ich wollte diese Marke immer vermeiden, deren Legendenmarketing finde ich penetrant und die Machos Picasso und Hemigway, die angeblich bereits mit Moleskines gearbeitet haben, sind nicht grade die Testimonials, die mich vom Hocker reißen (darf man das eigentlich überhaupt, einfach so mit Toten werben?). Doch das Heft hatte ein gutes Format, ein angenehmes Cover, schöne runde Ecken und ein transportfreundliches Gummizugband. Ich war zufrieden, über den neuen Gedankenbehälter und meinen markenressentiment-befreiten Pragmatismus beim Kauf.

Den ich fünfzehn Minuten und eine Notiz später schon bedauerte. Ich stellte fest, dass sich das “legendäre Notizbuches der Künstler und Intellektuellen der vergangenen zwei Jahrhunderte” (Moleskine-Eigendarstellung) legendär schlecht mit Füller beschriften lässt: die Tinte läuft aus und schlägt durch. Schrieben van Gogh, Picasso und Hemingway mit Kulis? Oder muss man sich doch an den berühmten Reisenden Chatwin halten, der ebenfalls als Moleskine-Testimonial bemüht wird? Chatwin, von dem ich nur ein Buch gelesen habe, aus dem ich exakt einen Satz erinnere. Wie er vergebens versucht, in Paris sein Lieblings-Notizbuch zu kaufen. Und die Verkäuferin sagt zu ihm: “La vraie moleskine n’existe plus.” – “Das echte Moleskine gibt es nicht mehr.” So wird es wohl sein. Das Remake mit dem ausgeborgten Marken-Mythos ist jedenfalls nicht so der Hit.

Was mache ich jetzt mit meinem angefangenen Heft? Mit Kugelschreiber kann ich nicht denken.

PS: Das allerallerbeste Notizheft der Welt ist von Smythson. Ich bekam mal eines geschenkt. Das mit Abstand beste Notizheft, das ich je hatte. Es verbindet Luxus und Arbeitsgerät-Appeal: Glattes, dünnes, füllerfestes Papier in zartblau mit perfekter Lineatur. Es raschelt köstlich und beschreibt sich perfekt. Silberschnitt! Und ein strukturierter weicher Lammledereinband mit Silberprägung. Leider zu wahrhaft königlichen Preisen, daher als Alltagstool ungeeignet.