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Pons: Online-Rechtschreibung zum Mitmachen

Nachdem in den vergangenen Wochen schon eine ganze Reihe meiner geschätzten Kolleginnen die vielgelobte Pons-Werbesendung erhalten haben, war ich vor ein paar Tagen auch dran: In meinem Postfach fand sich das individuell bearbeitete Schulheftchen, eingeschlagen in Pons-Grün und bestückt mit einem Artikel aus diesem Blog. Korrektur inklusive. Ich fand das alles sehr schön gemacht und habe mich gefreut, mit meinem Blog doch noch in den Blick der fleißigen Pons-Marketingfrau Anne Pelzer geraten zu sein.

Das Heft macht auf den neuen Online-Rechtschreib-Nachschlagservice aufmerksam. Unter www.pons.eu kann man Zweifelsfälle schnell und kostenlos nachschlagen. Das Portal soll offenbar (auch) für das gedruckte Pons-Nachschlagwerk zur Rechtschreibung werben, das im September erscheint.

Duden ringt um Geltung

Der neue Duden ist jetzt schon da. Seit der Rechtschreibreform eiert das bekannteste aller Sprachnachschlagwerke ganz schön herum und kann sich nicht so recht entscheiden, ob es normativ sein will oder nur abbilden, was sich sprachlich so verändert. Die 5000 zusätzlichen Wörter der neuen Auflage reichen sicher nicht aus, um das, was in unserer Sprache im Fluß ist, zu erfassen. Wer bestimmt, was ins neue Druckwerk kommt?  Geben “Poolnudel” und “Blaufahrer” wichtige Stücke unserer Gegenwart wieder? Bemerkenswert auch der Umgang mit Rechtschreib-Varianten (und davon gibts seit der Reform bekanntlich viele). In der 24., nunmehr der alten, Ausgabe waren die neuen Rechtschreib-Varianten in Rot gedruckt, Empfehlungen der Duden-Redaktion gelb hinterlegt – die gelbe Markierung hatte Vorschlagscharakter. In der aktuellen, der 25. Auflage steht die vom Duden-Verlag bevorzugte Schreibweise immer an erster Stelle. Ganz so, als sei diese Wortvariante richtiger als die anderen. Ist sie aber nicht.

Webvolkes Stimme darf mit entscheiden

Pons geht die Sache entspannter an. Auf dem Online-Portal kann man nämlich nicht nur Wörter nachschlagen. Wenn man meint, ein Begriff fehle in der Wortdatenbank, kann man der Redaktion auch eine kleine Nachricht schicken, um einen neuen Eintrag vorzuschlagen.

Darüber war ich erst gar nicht weiter erstaunt – ans Mitmach-Web hat man sich schließlich auch schon gewöhnt. Vor dem Hintergrund des Duden’schen Ringens um Rang und Geltung finde ich diese Haltung jedoch sehr sympathisch.

2 comments
  1. tina de luxe says: 31. Juli 200920:15

    Sehr hübscher Beitrag! :-) Das mit dem Mundgeruch tauchte bei mir auch immer auf, das fand ich ein bisschen befremdlich …

    Was ist denn eigentlich ein Blaufahrer? Ein betrunkener Schwarzfahrer?

  2. Sibylle says: 31. Juli 200923:30

    Ha,ha, nee, ein Blaufahrer ist nur ein betrunkener Autofahrer. Kannte ich auch nicht. Über 4.000 Google-Hits gibts dafür schon.

    Das mit dem Mundgeruch fand ich sehr – befremdlich. Tröstet mich, dass noch andere diese Anzeige gekriegt haben.

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