❧  textanfall

Radelrouten durch Berlin: Online-Tourenplaner BBBike

Slaven Rezic hat dafür gesorgt, dass ich heute einen sehr schönen Vormittag hatte. Slaven Rezic ist der Betreiber und auch Entwickler des berliner Fahrrad-Routenplaners BBBike. Und BBBike ist die Lösung für ein Problem, das wohl viele alltagsradelnde Berliner kennen. Denn auch durchaus radelerprobte und ortskundige Leute (wie z.B. ich) können in der großen Stadt nicht immer die schönsten und kürzesten Wege kennen. Will man dann mal in unbekanntere Ecken, fährt man entweder unnötig umständlich oder in graden Linien über die großen Straßen.

BBBike schafft Abhilfe: man gibt Start- und Zielort ein, kann wählen, ob man beispielsweise Hauptstraßen oder Kopfsteinpflaster meiden möchte und wie schnell man fährt. Dann bekommt man eine detaillierte Tourenbeschreibung inklusive geschätzter Zeit und Anzahl der Ampeln zum Ausdruck ausgespuckt. Optisch kommt das Portal spartanisch daher, doch läßt sich’s leicht bedienen. Und auch die Qualität der Wegbeschreibung war hinreichend. Ich bin damit heute gut 30 km durch die Stadt gefahren und habe mich nur einmal vertan. Das lag aber daran, dass ein langes Stück durch Grünanlagen führte, die keine Straßennamen haben und ich mich etwas orientierungslos fühlte.  Ich war sehr zufrieden mit dem Service – tolle Sache! Ich habe mich sicher nicht das letzte Mal von BBBike durch die Stadt leiten lassen. (Nach dem Break ist zu lesen, was ich unterwegs erlebt habe.)

Ich habe darauf verzichtet, mir den zum Teil wirklich unbekannten Weg – immerhin von Tiergarten nach Spandau und von dort nach Kreuzberg, das ist schon ein Stückchen – vorher auf dem Stadtplan anzugucken und habe mich ausschließlich vom Routenplan führen lassen. Mit Schwarz auf Weiß eine Fahrt ins Blaue, sozusagen. Das war schön und überraschend!

Auf dem ersten Bild sieht man das Spreeufer in der Nähe des Fürstenbrunner Weges in Siemensstadt. Dass es da so grün ist, hat mich auch überrascht (bei dem Bezirksnamen!).  Neben dem Hauptarm der Spree, der im Bild zu sehen ist, gibt es da auch noch einige Altarme, die so genannte Faule Spree. Das ist ein kleines Landschaftsschutzgebiet, das  muss ich gelegentlich noch einmal besichtigen.

Bis auf einen kleinen Abstecher zum Landwehrkanal bin ich der Spree lange gefolgt. Auch hier ist sie ganz nah, wenn auch nicht abgebildet. Der schmucke Bau ist das Belvedere im Schloßpark Charlottenburg. War ursprünglich ein auf einer Insel gelegenes “Teehaus” – wobei das Teetrinken bestimmt nur ein Vorwand zur Abhaltung luxuriöser Schäferstündchen war, man kennt das ja … Inzwischen beherbergt das Belvedere die historische  KPM-Porzellansammlung des Landes Berlin. Wer übrigens lieber zeitgenössisches KPM sehen möchte, kann dies in der Manufaktur selbst tun.

Das alte Kraftwerk Charlottenburg liegt natürlich auch am Wasser, denn über die Spree wurde früher die Kohle rangeschafft. Dahinter gibt’s einen neueren Teil, der immer noch zur Energiegewinnung genutzt wird. Das alte Kohlekraftwerk liegt jedoch brach. Dieses eine Bild kann der Schönheit des Gebäudekomplexes nicht gerecht werden. Er steht unter Denkmalschutz, und 2002 oder so hat man schon mal angefangen, nach einer möglichen Neunutzung für die stillgelegten (kohlebefeuerten) Teile zu suchen. Durchgesetzt hatte sich ein Konzept mit Hotel und Wellnesspark. War Wellness 2002 noch was Dolles? Im vergangenen Jahr, 2008, hat sich Vattenfall jedoch entschlossen, den Kraftwerksbetrieb nicht ganz aufzugeben. So sind diese Planungen jetzt obsolet geworden. Ich hoffe sehr, dass sich für den mächtigen, schönen Bau noch eine gute und demokratische Nutzung findet.

Ja, mein Vormittag war gut. Ich war auf dem Weg zu einem Termin und hab unterwegs allerhand gesehen. Danke, BBBike!

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