❧  textanfall

Passwortspeicher auf dem USB-Stick

Passwörter und Log-in-Daten sicher verstauen – und plattformunabhängig auslesen

Mit "flocki" bei amazon, eBay und Otto online zu shoppen, ist keine gute Idee.Vom Social Web über berufliche Netzwerke bis zum Online-Banking – ohne Nutzernamen, Passwort, Online-ID und Aliasnamen geht gar nichts. Die Verwaltung all dieser Zugangsdaten ist zu einer echten Aufgabe geworden. Denn das Naheliegende – ein leicht zu merkender Begriff wie etwa der Name des Hundes als „Universalpasswort” für alles – ist auch das Unsicherste.

◄ Mit “flocki” bei amazon, eBay und Otto online zu shoppen, ist unsicher – und deshalb keine gute Idee.

Sichere Passwörter heißen 72aVJls8 oder 17J,bH,sssvm und davon brauchen Sie möglichst viele – für jeden Online-Shop, jeden Bankzugang und jedes Forum eines. Wenn man nicht gerade ein Gedächtniskünstler ist, braucht man Hilfsmittel, um sich das alles zu merken. Der gute alte Notizzettel fällt aus: zu unübersichtlich, nie zur Hand, wenn man ihn braucht und natürlich zu unsicher. Eine alltagstaugliche, unkomplizierte und sichere Lösung ist die Kombination aus USB-Stick und Passwort-Manager-Software.

Der Stick passt an den Schlüsselbund, die Software verstaut Ihre Sammlung an Log-in-Daten sicher und übersichtlich hinter einem Masterpasswort. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Anwendungen dieser Art. Alle sind klein genug, um auf dem USB-Stick gespeichert zu werden. Sie können Ihre Daten also immer dabei haben, auch wenn Sie den Rechner im Büro stehen lassen. Die meisten Passwort-Applikationen kommen mit Zusatzfunktionen wie einem Generator für sichere Passwörter und einige funktionieren sogar unter Mac und Windows – ideal für Leute, die beide Systeme nutzen. Nur an der Disziplin, jedes Zugangswort direkt dort zu hinterlegen, muss man unter Umständen ein wenig arbeiten – sonst geht das heitere Passwortraten weiter.

Das Multitalent: KeePass

KeePass (auf Englisch)  ist leicht zu bedienen, passt auf jeden Stick, läuft unter Windows, Mac und Linux sowie auf mobilen Endgeräten und kostet nichts. Sie müssen sich nur die richtige Version herunterladen. Für den Betrieb auf USB-Stick wird Portable Keepass gebraucht.

Beim ersten Start legen Sie das Kennwort fest, mit dem die Inhalte des Passwort-Managers selbst geschützt werden. Beherzigen Sie dabei die üblichen Tipps zur Konstruktion sicherer Passwörter oder nutzen Sie später den in KeePass integrierten Passwort-Generator, um das Masterpasswort zu ändern. Er lässt sich aus dem Menü und mit dem Kürzel Strg/Cmd + P starten.

▲  Die Oberfläche von KeePass ist angenehm übersichtlich. KeePass kann mehrere Datenbanken gleichzeitig verwalten. Innerhalb jeder Datenbank werden die Einträge in Gruppen (groups) organisiert. Über die Menüicons und das Kontextmenü lässt sich die Software leicht steuern.

Beim Anlegen neuer Einträge können Sie neben den Standards – Nutzername, Passwort, URL und Notizen – auch festlegen, wann der Eintrag verfällt. Er wird dann automatisch aus der Liste entfernt. Auch den schon erwähnten Passwortgenerator finden Sie hier wieder. ▼

Beim Zugriff auf hinterlegte Daten nutzt KeePass, wie alle Passwort-Manager, das Prinzip Copy and Paste.  Passwort, Nutzername oder andere Daten werden in die Zwischenablage des Rechners kopiert und von dort, am schnellsten mit dem Kürzel Strg/Cmd + V, in das entsprechende Eingabefeld im Browser einkopiert. Anschließend wird die Zwischenablage automatisch geleert. Wenn Sie die Anwendung einige Zeit nicht gebrauchen, verriegelt Sie sich von selbst. Das Verhalten von Zwischenablage und Verriegelung steuern Sie unter Extras • Settings.

▲  Neben der Arbeit mit Tastaturkürzeln ist das Kontextmenü meist der schnellste Weg.

Nettes Extra: Sie können Passwort-Datenbanken von anderen Passwort-Managern importieren, etwa von solchen, die nur von Windows unterstützt werden. Praktisch für Systemwechsler!

Die Multi-Plattform-Lösung für Password-Safe-Anwender

Passwort-Manager sind nichts neues. Ein bewährter Veteran ist Password Safe (Achtung, es gibt ähnliche, kostenpflichtige Tools mit gleichem Namen). Password Safe ist ebenfalls OpenSource und folgt demselben Funktionsprinzip wie KeePass. Ich habe das Tool seit Jahren in Betrieb. Allerdings funktioniert Password Safe nur unter Windows. Und KeePass kann nun ausgerechnet die Datenbanken von Password Safe nicht übernehmen. Ich bin von KeePass begeistert, aber um alle Einträge von Hand zu übernehmen oder komplizierte Umwege zu testen, war mir meine Zeit zu schade. Deswegen nutze ich Password Safe weiter und habe mir einen Helfer geholt: den Password Gorilla. Und der kann auch Mac OS X. Beide Anwendungen, der Safe und der Gorilla, greifen auf die gleiche Datenbank zu – der Safe unter Windows, der Gorilla an meinem Mac. Und das ganze ist immer noch so handlich, dass es locker auf einen USB-Stick passt.

“Passwortspeicher auf dem USB-Stick” von Sibylle Mühlke steht unter einer Creative Commons Lizenz. Die nicht-kommerzielle Nutzung ist erlaubt, wenn die Urheberin genannt und der Text nicht verändert wird.

0 comments
Submit comment