W-w-w-as gibt’s denn heute? Genuss und Internet

Hier publiziert am 20. März 2011 | Schlagwort(e): | Den ersten Kommentar schreiben »

Wie passt kulinarischer Genuss in die entpersonalisierte, abstrakte Welt des Internets? Erstaunlicherweise sehr gut. Wenn’s um Essen geht, erfüllt das Internet viele der Versprechungen aus seinen Anfangstagen. Dann ist es ein Ort der unverstellten Kommunikation und verbindet Menschen durch mehr als einen Buttonklick. Es ist Inspiration und verlässlicher Wissensfundus. Es ermöglicht idealistische kleine Projekte, ist Vertriebsweg für Nischenprodukte und steht so für kulinarische Vielfalt und Unabhängigkeit von Lebensmittelmultis. Dass das kulinarische Web eine besondere Qualität hat, liegt an…

Weiterlesen bei der taz!


Wie arbeiten die Anderen? (Und ich, bald?)

Hier publiziert am 11. März 2011 | Schlagwort(e): , , | Den ersten Kommentar schreiben »

Meine liebe Bürogemeinschaft sucht grade einen neuen Raum. Deswegen mache ich mir natürlich verstärkt Gedanken, wie die neue Arbeitsumgebung überhaupt aussehen soll. Interessanterweise gibt es eine ganze Menge Sites, die Arbeitsplatz-Fotos versammeln. Interessant, inspirierend und etwas zeitraubend, sich da durch zu klicken. Ich finde es aber nicht schlecht, sich ab und zu zu überlegen, ob nicht in einer anderen Umgebung die Ideen und Wörter besser fließen könnten. Ein gutes Linksprungbrett zum Thema ist das Blog der Weave.

Tipps für nicht all zu teure Büroräume oder auch einzelne Arbeitsplätze in den Berliner Bezirken Kreuzberg (S.O. 36), Prenzlauer Berg und Mitte (womit jetzt nicht Wedding gemeint sein soll) nehme ich gerne in den Kommentaren oder via Mail entgegen. Ruhig, hell und halbwegs strukturiert hätten wir’s gern, und nicht so ein Ding mit ganz viel Fluktuation, weil alle da nur projektbezogen arbeiten.


Schöne Gesichter …

Hier publiziert am 11. März 2011 | Schlagwort(e): | 2 Kommentare »

… das sind eigentlich nicht die, die aussehen wie in Magazinen, im Fernsehen und der Werbung. Sondern die, an denen man sich nicht satt sehen kann. Die man immer wieder abgrasen will mit Blicken. Bei den Magazinsschönheiten gleitet der Blick doch schnell wieder weg, gelangweilt.

Eigentlich trivial, aber es fiel mir jetzt grade wieder auf.


I ♥ my AeroPress

Hier publiziert am 11. März 2011 | Schlagwort(e): | Den ersten Kommentar schreiben »

Wenn eine Frau zu einem ihrer Haushaltsgegenstände herzliche Gefühle entwickelt, wenn dieses Utensil irgendwie länglich-schlank ist und seine Handhabung, nun ja, sowas wie eine Pumpbewegung einschließt – dann ist das sehr schön für sie und im Regelfall wird sie darüber genießerisch schweigen. Oder allenfalls ihrer besten Freundin was wispern.

Hier ist das ganz anders, ich darf über den Gegenstand meiner Affektion laut reden und sogar bloggen, denn es handelt sich um einen Kaffeebereiter. Er macht einen der besten Kaffees, den ich seit langem getrunken habe. Und ich bin da wirklich sehr mäkelig. Ich hatte jahrelang eine beeindruckende italienische Espressomaschine in Verwendung, ein Zweikreiser, innen alles aus Messing und schwerem Metall, das Profizeug eben. Ich habe mich in Kaffeeforen getummelt, in denen die Rancilio Silvia, eine ansehnliche einkreisige Maschine, die mit passender Mühle mehr als 700 EUR kostet, als Einsteigermodell gehandelt wird. Ich weiß noch, dass ich im April 2006 im innersizilischen Örtchen Linguaglossa, genau in der Bar le Palme, einen Capuccino von außerordentlich guter Qualität getrunken habe. Ich fahre durch die halbe Stadt, um meine Lieblingskaffeesorte zu kaufen und mahle meine Bohnen immer selber. Und so weiter.

Den ersten Hinweis auf das neue Wundergerät, welches mich jetzt so beglückt, fand ich hier. Es hört auf den schönen Namen Aerobie Aeropress, besteht komplett aus Plastik, kostet rund 35 EUR und ist nicht sonderlich dekorativ. Es hat jedoch was von Mad-Professor-Laboratorium, das gefällt mir. Und es ist sehr durchdacht.

▲  Von oben li. im Uhrzeigersinn: Rühren – Pressen – Abnehmen – mit Milch oder Wasser verdünnen.
Auf den Bildern sieht das Ganze etwas messy aus, ist es in Wirklichkeit aber nicht.

Das Prinzip ist einfach: Wasser kochen, Filter anschrauben, Kaffeepulver rein, aufgießen, umrühren, durchdrücken. Nun fragt man sich, was ist so toll daran – ist es nicht einfach eine Kombination aus French Press, Handfilter und Espressohebelmaschine? Ja, ist es. Heraus kommt allerdings der beste Kaffee, den ich … ach so, das hatten wir schon. Die French-Press-typischen Schwebteilchen gibt es nicht. Und der Aerobie-Kaffee schmeckt unglaublich mild und – ja, rein. Ich trinke ihn manchmal sogar freiwillig ohne Milch. Der Geschmack der Bohne ist ganz klar und subtil modelliert zu spüren, ohne Bitterstoffe. Man kann damit starke Shots, Americano und milchige Varianten bereiten. Und durch Mahlgrad, Kaffeemenge, Ziehzeit das Ergebnis gemäß der eigenen Präferenzen fein tunen. Obendrein dauert die ganze Prozedur, mit Bohnen-Mahlen, Zubereiten und Säubern der Presse, drei bis fünf Minuten. – Tschüs, mediokre Kaffeebuden dieser Stadt, ihr könnt mich mal mit eurer Plörrre!

Hinweis: Dieser Beitrag ist nicht werbefinanziert. Der enthaltene Enthusiasmus ist Kaffee-induziert.


Musikhören spät am Abend

Hier publiziert am 11. Februar 2011 | Schlagwort(e): , | Ein Kommentar »

… und die Platte und der Moment passen so gut zusammen, dass man die elektrische Zahnbürste stehen lässt und die Zähne ausnahmsweise manuell bürstet, um keine köstliche Sekunde zu verpassen. Mach nur ich das so?

Brian Eno, 1982: A Clearing (von dem Album – damals hatte man noch Alben – Ambient 4: On Land)

Ich habe mir diese Platte als ganz junges Mensch Mitte der Achtziger Jahre gekauft. Ich habe sie oft gespielt und höre sie heute immer noch gerne. Ich kann sie sozusagen auswendig.

PS: Weiß jemand, wie man in WP eingebettete Videos zentriert?


Weg verloren, Geschichte gefunden

Hier publiziert am 6. Februar 2011 | Schlagwort(e): , , , , | 6 Kommentare »

Seit geraumer Zeit bin ich dabei, Berlin auf dem 66-Seen-Rundweg zu umwandern: knapp 400 Kilometer, 17 recht sportliche Etappen zwischen 20 und 30 Kilometern Länge (aber flach, also nicht so wild) und eben 66 Seen, an denen man vorbeikommt. Im Sommer habe ich es auf einer Etappe tatsächlich einmal geschafft, in fünf verschiedenen Seen zu baden! Heute war das Wetter nicht so einladend: grau und sehr stürmisch mit Schauern. Aber der Drang nach Draußen war größer.

Die letzte, sehr lange Etappe hatten wir beim letzten Mal schon halbiert – im Winter gibts einfach zu wenig Tageslicht und Pausen kann man in der Kälte auch schlecht machen. So hatten wir heute nur eine kleine Halbetappe vor uns: Schönwalde (HVL) – Henningsdorf, 9 Kilometer auf dem durchgehend markierten Weg, das klang einfach. Ich hatte noch nicht einmal eine Stulle mit und dachte, dass mich das Frühstück in meinem Bauch und zwei mitgeführte Äpfel schon zum Zielort bringen würden.

Ich habe nichts dagegen, ab und zu bei Sturm und Niesel über schlammige Äcker zu wandern. Ich fühle mich da zuhause. Ich komme aus dem Münsterland. Da sieht es auch so aus. Ich gebe aber zu, dass es eine unglamouröse Beschäftigung ist. Das macht mir aber nichts.

Die kleine Umlandwanderung war offensichtlich sauer, dass sie nicht ernst genommen wurde. Mir ist passiert, was mir noch nie passiert ist: ich habe mich verlaufen. Nicht nur das – wir sind sogar im Kreis gelaufen, ohne es zu merken und ohne dass uns etwas komisch vorkam. Jedenfalls ziemlich lange nicht. Es war etwas demütigend, am Ende wieder auf der Dorfstraße in Schönwalde zu stehen. Aber unterwegs haben wir viel entdeckt!

Weitere spannende Fotos und ein detaillierter Bericht folgen nach dem Break.

Ja, weiter »


Mach-den-Tag-besser-Musik

Hier publiziert am 31. Januar 2011 | Schlagwort(e): | 10 Kommentare »

Nebenan bei texterella fragt Susi, wie man einen Tag, an dem man sich rundum scheußlich fühlt und auch so aussieht, besser machen kann. Da es leider nicht geht, bei ihr Links in den Kommentaren zu hinterlassen, antworte ich einfach mal hier. Ist ja auch möglich, dass textanfall-LeserInnen ab und zu von solchen Anwandlungen heimgesucht werden und der Aufmunterung bedürfen. Also.

Wie bei vielen anderen Lebensbedrängnissen hilft Musikhören hier weiter. Es ist meiner Meinung absolut unmöglich, seine schlechte Stimmung zu behalten, wenn man die bezaubernden Puppini Sisters hört. Beweise? Bitte:

Boogie Woogie Bugle Boy

Mehr gibts nach dem Break. Ja, weiter »


Alleine trinken …

Hier publiziert am 27. Januar 2011 | Schlagwort(e): , | 3 Kommentare »

… macht bekanntlich häßlich. In Neukölln gibt es mehr schöne
Menschen als woanders, denn dort ist für alles gesorgt.

Zur Qualität der Betreuung kann ich nichts sagen, da ich das
fürsorgliche Angebot der Schillingbar bisher noch nicht in
Anspruch genommen habe. Kam heute nur zufällig vorbei.


Descendents: Food is good

Hier publiziert am 23. Januar 2011 | Schlagwort(e): | Den ersten Kommentar schreiben »

Den Descendents genügen 30 Sekunden to hammer the message home. Lautstärke hochdrehen, bitte.

Ich widme diesen Eintrag speziell meiner Kollegin B. aus H., ich glaube, sie mag diese Musik.


Zwiebelconfit – macht Kurzgebratenes glücklich

Hier publiziert am 23. Januar 2011 | Schlagwort(e): , , | Den ersten Kommentar schreiben »

… und die, die es essen, gleich mit. Ziebelconfit ist so eine Art Marmelade aus in Wein geköchelten Zwiebeln mit Kräutern und Gewürzen. Es schmeckt perfekt zu Kurzgebratenem und ist leicht herzustellen.

Ich habe mir gestern ein hervorragendes Rindersteak (es war sogar ein Filet, aber ich bin grade etwas krank und darf das) vom Neulandmetzger Gerlach in die Pfanne gehauen und hatte Lust auf Zwiebelconfit als Beilage. Dazu gab es ein Glas desselben Rotweins, den ich zum Kochen genommen habe und helles Brot. Perfekt. Ich war glücklich.

Zwiebelconfit zu kochen ist ganz einfach. In der Tat so einfach, dass man nicht so genaue Mengenangaben benötigt – das entscheidende ist die Zwiebel-Flüssigkeits-Ratio und die passt man während des Köchelns an.

Du brauchst für 1-2 Portionen

  • 2 Handvoll Zwiebeln, am schönsten sieht es aus mit roten Zwiebeln
  • frischen Thymian nach Geschmack, ersatzweise Kräuter der Provence
  • ggf. 1 – 2 Nelken
  • Butter oder Öl
  • Zucker, zum Beispiel Mascobado-Vollrohrzucker
  • Balsamicoessig
  • trockenen Rotwein (der Wein gibt viel Aroma an die Zwiebeln ab, also nicht das schreckliche Zeug nehmen, das vor einem Jahr mal jemand “mitgebracht” hat)
  • ggf. etwas Brühe
  • Salz, Pfeffer
  • ca. 35 Minuten Zeit (man kann aber zwischendrin auch schon was anderes machen)

Die Zwiebeln abziehen und in Spalten zerteilen. Thymian von den Zweigen züpfeln. Butter oder Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebeln, den Thymian und die Nelken dazugeben und kurz andünsten, bis die Zwiebeln anfangen glasig zu werden. Dann den Zucker darüberstreuen und gut karamellisieren. Mit einem Schluck Balsamico ablöschen und sofort danach den Rotwein angießen. Auf mittlerer Flamme mit offenem Deckel köcheln, bis die Zwiebeln zerfallen und weich sind und die Flüssigkeit verkocht ist. Man braucht eine ganze Menge von dem Wein, denn die Zwiebeln sollen geradezu marmeladig werden, das dauert ca. 20-30 Minuten. Ich habe die Zwiebeln erst so zwei Daumen breit mit Wein bedeckt und während des Köchelvorganges noch öfters nachgegossen. Man kann auch zwischendrin probieren und, falls das Ganze zu weinig wird, auch ein bisschen Brühe angießen. Am Schluss soll jedenfalls keine Flüssigkeit, allenfalls etwas dickflüssige Nässe übrig sein. Gesalzen wird erst, wenn’s fertig ist – da das Gericht stark einkocht, kann man die Salzmenge sonst gar nicht einschätzen.

Fotos habe ich nicht gemacht, war zu gierig. Und wer mag schon kaltes Steak? Ich nicht.

Das war: Neurezept #1. Zusammengestellt aus zwei verschiedenen Confitrezepten, die ich aus dem Internet gefischt habe.