Siebenschläferheimsuchung in Osnabrück

Hier publiziert am 11. Juli 2010 | Schlagwort(e): , , , | 3 Kommentare »


▲ Foto: Frau oder Herr Zwiegel via Wikimedia Commons, mehr Info zur Lizensierung hier.

Kürzlich waren im textanfall bereits Haselmäuse zu sehen. Die etwas größeren, grauen Siebenschläfer sind nahe Verwandte der Haselmäuse - sie gehören ebenfalls zur Familie der Bilche (Schlafmäuse). Wie die Haselmäuse auch sind Siebenschläfer nachtaktiv, sie halten einen ausgedehnten Winterschlaf und sind mit ihrem hübschen Puschelschwanz, den langen Barthaaren und schwarzen Knopfaugen überaus niedlich. Siebenschläfer sind Waldtiere, leben jedoch auch gerne in der Nähe von Menschen: auf Dachböden, in Garagen, Schuppen und Kammern. Da poltern und schlurchen sie dann des Nachts und halten nicht selten die menschlichen Hausgenossen wach.

Ja, weiter »


Erfrischendes

Hier publiziert am 5. Juli 2010 | Schlagwort(e): , | 6 Kommentare »

Brausereklame aus Norwegen.
Zusatzfrage: Seit wann heißt eigentlich das Getränk “Brause”
und nicht mehr die Vorrichtung zur Körperreinigung?


Tour-Vorbereitung: Triplettes de Belleville

Hier publiziert am 2. Juli 2010 | Schlagwort(e): , | 2 Kommentare »

Endlich, man kann wieder ernsthaft anfangen, Sport im Fernsehen anzugucken, ohne sich dem fahnenschwenkenden Fußball-WM-Irrsinn anschließen zu müssen: Samstag startet die Tour de France.

Zur Vorbereitung empfehle ich den Animationsfilm Les Triplettes de Belleville von Benoit Charest (2003). Er gehört zu meinen Lieblingsfilmen und ist außerdem der schönste Animationsfilm, den ich kenne. Ich will gar nicht erst anfangen, die Handlung nachzuerzählen. Damit wird man diesem witzigen, warmherzigen und überaus beschwingten Film, seinen verschrobenen Charakteren und dem fabulösen Soundtrack ohnehin nicht gerecht. Nur soviel: Radsport kommt zwar darin vor, aber man kann diesen Film auch mögen, wenn man mit den Pharmaschränken auf zwei Rädern sonst nicht so viel am Hut hat. Bei den Triplettes wird übrigens nicht dedopt, aber um kriminelle Machenschaften geht es auch hier.

Und nun bitte: Trailer gucken!

PS: In gut sortierten Programmkinos läuft der Film manchmal; wenn bei Ihnen vor Ort ein solches nicht vorhanden ist: es gibt ihn auch preiswert bei amazon.


Ein anderer Blick auf Körper:
Fotos von Jacqueline Hayden

Hier publiziert am 30. Juni 2010 | Schlagwort(e): | 2 Kommentare »

Dass Schönheit tatsächlich im Auge des Betrachters liegt, demonstrieren die Fotoarbeiten von Jacqueline Hayden. Und auch, dass dieser Spruch keine tote Phrase ist, sondern sogar gesellschaftskritisch gewendet werden kann. Hayden hat Fotos nackter Menschenkörper - mittelalte und alte, knochige und beleibte, krumme und gestreckte, straffe und müde -  in den Kontext klassischer Antikensammlungen hineinmontiert, alles in Schwarzweiss. Bei ihr stehen und liegen Körper auf Museumssockeln, von denen man sonst - den Werbeanzeigen-Modemagazin-Model-Normkörper im Sinn - den Blick lieber schnell abwendet. Auch ein wenig schamhaft abwendet: “sowas” kann ja wohl nicht für die öffentliche Darbietung vorgesehen sein. Kaum stehen diese Körper auf Podesten, zwischen Gemälden, in Museumssälen, guckt man aber doch. Und man sieht nichts Schreckliches. Sondern einfach die Vielzahl von Körperformen, die es sowieso gibt. Und die (Dove-Kampagne und modellose “Brigitte” hin oder her) kaum präsent ist in Medien und Werbung. Was leider unsere eigene Wahrnehmung - von uns selbst, von anderen, von Schönheit - stark beeinflusst. Ich möchte überall ganz verschiedene Menschenkörper sehen: in der Zeitung, auf Plakatwänden und im TV. Die Gossip-Sängerin Beth Ditto (geschätzter BMI: 39,5) ist ja schon mal ein guter Anfang, aber es gibt doch noch mehr Parameter außer schlank/dick, mit denen man spielen könnte. (Hm, faltige berühmte Musiker gibts ja eigentlich schon. Aber leider finde ich die Stones so schlimm, dass mir dafür noch nicht mal ein Adjektiv einfällt. Kennt wer noch andere Falten-Testimonials?)


Summertiiiiime …

Hier publiziert am 24. Juni 2010 | Schlagwort(e): | Den ersten Kommentar schreiben »

24 Grad, blauer Himmel mit einigen geschmackvoll verteilten Zierwölkchen, leichte Brise aus Nordwest - Zeit für die schönste Vokalversion von Gershwins Summertime. Vorgetragen von der von mir überaus gemochten Komponistin und Sängerin Cathy Berberian (1928 - 1983). Die Aufnahme stammt von der Platte magnifiCathy, auf der Berberian zeigt, was sie alles kann: Monteverdi, Cage, Brecht/Weill …

So, nun nicht zaudern, Play-Button drücken. Wie heißt es immer so schön? Rezeptionsbefehl!


Crooning gegen Erkältung

Hier publiziert am 10. Juni 2010 | Schlagwort(e): | Ein Kommentar »

Ich sitze bei knapp 30 Grad schwitzend und schniefend mit Triefnase und Halsweh am Rechner. Das Lied dazu heißt Angelina und geht so:

I got something like a cold
that I can’t get diagnosed
and the story’s getting old
for some friends of mine
see it’s been a couple years
since I woke up feeling clear
that’s a long time

Natürlich gehts in dem Lied letzten Endes gar nicht um Erkältung, sondern um Liebe und es wird ganz ungemein gefühlvoll vorgetragen von Roland Satterwhite, über den ich gar nicht so viel weiß, außer, dass wir uns mal beim winterlichen Warten auf den Nachtbus N8 (der gute, alte N8!) kennengelernt haben und er seine Fritten mit Senf isst. Das ganze Album heißt Ptolemys Guitar und man kann sich’s umsonst runterladen, was ich hiermit ausdrücklich empfehle, denn es gibt durchaus Situationen, in denen man es sehr gern hört.


Ausgewanderte deutsche Wörter - prima Poster bei Goethe

Hier publiziert am 8. Juni 2010 | Schlagwort(e): , | 6 Kommentare »

Über Anglizismen wird ja gerne mal gemault, aber selbstverständlich geht das auch in die andere Richtung und es wandern deutsche Wörter in andere Sprachen ein (etwa Schwindel, Fernweh, Doppelganger und das wunderbare amerikanische Steigerungspräfix uber). Ein sehr schönes Poster mit rund 2000 solcher ausgewanderter Wörter und ihrer geografischen Verteilung kann man sich beim Goethe-Institut bestellen. Toll gestaltet, A0-Format (das ist groß) und sorgfältig recherchiert für sensationelle 12 EUR! Wer die Vorschau im Goethe-Shop zu mickrig findet, klickt einfach zu Golden Section, denn die haben das Ganze umgesetzt und präsentieren Ihre preisgekrönte Arbeit besser als die Goethe-Institutler.


“Visual Journalism” - Englischsprecher, ihr habt’s gut

Hier publiziert am 8. Juni 2010 | Schlagwort(e): , , | 2 Kommentare »

Dies ist ein Blogpost mit gleich drei Sujets: ein bißchen Sprachkritik, ein bißchen Bericht von meinem Schreibtisch und eine Buch- und Linkempfehlung. Eigentlich soll man Botschaften ja immer schön fokussieren etc., aber da ich die Herrin in meinem eigenen (Blog)haus bin, mach ich das einfach mal so und serviere euch einen Themeneintopf.

Manchmal beneide ich alle, deren Muttersprache Englisch oder Amerikanisch ist. Einige Begriffe sind da einfach treffender, voller und zeitgemäßer. So gibt es Graphic Novels anstelle der - ja, was? Comicromane? Und Infografik heißt Visual Journalism. Bei “Infografik” denkt man ja sofort an dröge Tortendiagramme und fade Balkengrafiken. Der Begriff Visual Journalism klingt nicht nur viel sexier und spannender und relevanter, er gibt auch viel besser die komplexe Arbeit eines Infografikers wieder - wie ich weiß, seit ich Jan Schwochow, den Chef der berühmten Agentur Golden Section Graphics im vergangenen Jahr mal interviewen durfte (der Artikel erschien in der Special-Interest-Zeitschrift Illustrator Aktuell/Service und ist leider nicht online zu sehen). Und wie ich darauf komme? Ich lese und betrachte gerade das tolle Buch The Visual Miscellaneum: A Colorful Guide to the World’s Most Consequential Trivia des Briten David McCandless. Wer sich auch nur im entferntesten für a) Gestaltung b) Infografik und c) Trivia interessiert, wird viel Freude daran haben. Der Autor hat auch eine Website, sie hat den schönen Titel Information is Beautiful, dort kann man sich selbst davon überzeugen, dass, ja, Information etwas sehr Schönes ist.


Eingeschränkter Betrieb im textanfall

Hier publiziert am 4. Juni 2010 | Schlagwort(e): , | 2 Kommentare »

… wegen zeitkritischen Großprojekts. Ganz schließen werde ich den textanfall nicht, aber so bis Ende Juli wird hier erheblich weniger los sein als sonst.

Der Grund? Türen sind zum Durchlugen da - oder nicht? Auch Klicken hilft, eventuell bestehende Neugierde zu stillen.

PS: Ich weiß, dass die Bildmetapher mit der verschlossenen Tür nicht ganz passt,
denn ich mache den textanfall ja nicht komplett dicht. Aber mir gefiel die Collageidee.


Polizist in Rotweinsauce

Hier publiziert am 31. Mai 2010 | Schlagwort(e): | 5 Kommentare »

Cop au Vin gab es heute in Schmuck’s Restauration. Reste vom Ersten Mai? Dann war das Fleisch auf jeden Fall gut abgehangen. Hm. Ich weiß ja auch nicht. Einerseits beklagt man sich, weil es immer öfter immer brutalere Angriffe auf Polizisten gibt, heute berät sogar der Innenausschuß des Berliner Senats über eine Verschärfung der Strafen. Und dann sowas!