❧  textanfall

Das kreative Biest entfesseln – mit PenUltimate

Ich arbeite freiberuflich, meistens alleine und oft auch kreativ.  Deswegen sind In-den-Fluss-Kommen, Arbeitsmotivation und überhaupt das Herstellen des Zustandes, in dem ich gut arbeiten kann, für mich sehr wichtige Themen. Latent habe ich das immer im Blick, ich sehe mir selbst immer ein bisschen beim Arbeiten zu. Und das schon seit vielen Jahren. Dabei sind mir ein paar Sachen aufgefallen:

  • Der Drang zur Perfektion hemmt. Ungemein. Schafft man es, sich davon zu befreien – und zwar wirklich (nicht denken: um perfekt zu sein, muss ich nur meinen Perfektionismus abstreifen) – fluppt die Arbeit fast von selbst. Ein Mittel dazu ist, sich selbst immer wieder die Erlaubnis zu geben, irgendwas ganz Unperfektes zu machen. (Na gut, das ist nicht besonders weise, das steht in jedem Produktivitätsbuch auf der dritten Seite. Aber ich lese gar keine Produktivitätsbücher. Und es ist wirklich was Anderes, wenn man die Erfahrung am eigenen Leib macht.)
  • Ich weiß nicht, ob wirklich jeder Mensch kreativ ist, wie immer gern behauptet wird. Vielleicht jeder Mensch ein bisschen, und manche etwas mehr? Ich habe aber beobachtet, dass kreative Tätigkeit auf einem Gebiet auch woanders Kreativität freisetzt. Wenn ich mit Freude einen alten Stuhl mit Rosenmuster bemale, fällt auch das Schreiben hinterher leicht.
  • Wenn das, was man unternimmt, um besser arbeiten zu können, auch nur eine Pflichtübung ist, hilft es nicht so gut. Arbeitsbefördernde Maßnahmen sollten Spaß machen.

Ich habe jetzt ein Tool gefunden, mit dem ich unperfekt kreativ bin und dessen Benutzung mir viel Freude bereitet. Ganz nebenbei kann ich es – wenn ich möchte – auch wirklich produktiv einsetzen. Es kostet 79 Cent (ein iPad sollte man schon haben) und heißt PenUltimate.

PenUltimate ist eine Notizapp, die man mit dem Finger oder – besser – einem Eingabestift bedient.  Ihr Charme ist die Reduktion. Sie hat nur wenige Funktionen:  drei Strichstärken, wenige, unspektakuläre Farben, Radiergummi, ein Tool zum Ausschneiden und Verschieben von Inhalten, Bildimport, eine stark vereinfachte Verwaltung für die Notizen. Alles ist intuitiv bedienbar. Auch Backup und der Austausch mit Mail, Dropbox und Evernote funktionieren reibungslos, ohne dass man darüber viel nachdenken müsste.

Solche einfachen Tools haben mir schon immer gefallen. Ich bin mit ihnen mühelos – ja doch! -  kreativ, ich fühle mich gut dabei und nicht unzulänglich, ich bin entspannt und produktiv. Ist das der berühmte Flow-Zustand? Schon 1997 oder so habe ich mit dem Windows-3.11-Malprogramm Paintbrush Szenen aus meinen damaligen Lieblingsopern nachgemalt. Ein Ausdruck von Boris Gudonow hängt heute hinter meinem Schreibtisch.

PenUltimate verschafft mir ähnlich angenehme Erlebnisse wie seinerzeit Paintbrush und deswegen benutze ich es oft und gerne. Ich schreibe damit und mithilfe eines dicken Eingabestifts mein Tagebuch, Mails an Freunde, ich zeichne ein bisschen herum und ich mache mir ernsthafte Notizen, die ich beruflich weiterverwerte. Und: jetzt auch hier im Blog. Heute starte eine Serie namens Fragen der Woche. Regeln habe ich mir nicht ausgedacht (kein Perfektionimus!), außer der, dass jede Woche etwas veröffentlicht werden soll .  Das mache ich so lange, wie es mir Spaß macht. Wenn es euch Spaß macht, antwortet mir.

PS: Auf dem Bild rechts sieht man Just Mobile Stylus für iPad, den ich benutze. Der ist robust und nicht so teuer.

PPS: Ich habe für dieses Posting kein Geld oder geldwerte Vorteile in Empfang genommen.

 

 

 

2 comments
  1. nata says: 18. September 201212:34

    Wahau! Ich habe nicht einmal eine Lieblingsoper und das Anspruchsvollste, was ich mit Paint hingekriegt habe, war ne Karikatur von meinem Vater. Eigentlich hatte ich schon ein schlechtes Gewissen, weil ich so lange nicht hier reingesehen habe, aber bei textanfall war es in letzter Zeit auch eher ruhig, wie ich gerade feststelle. – Alles in Ordnung bei Dir? Liebe Grüße!

  2. Sibylle says: 18. September 201212:38

    Jahaa, alles gut, nur viel Arbeit. Danke der Nachfrage!

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