❧  textanfall

Es gibt Hoffnung

Der Winter ist mir inzwischen viel zu lang. Immer mal wieder fällt Schnee, nachts gibts mittlere Fröste. Die Tage werden zwar schon länger, aber die Sonne zeigt sich selten und alles ist kalt, grau und farblos. Das schlägt mir langsam aufs Gemüt.

Die passende Gastwirtschaft ist direkt um die Ecke von meinem Büro: die Melancholie 1. Diesen Kneipennamen habe ich schon immer bewundert. Anderswo heißen gastronomische Betriebe dieses Kalibers “Weser-Quell”, “Sonnen-Eck” und “Narkosehammer”, hier hingegen ein Name, in dem die abendländische Kulturgeschichte der letzten 2500 Jahre mitschwingt – Saufen im Zeichen des Saturn.

Und man kann hoffen.

Mittwochs und Freitags von 16 bis 20 Uhr gibt es selbst in der Melancholie einige glückliche Stunden.

2 comments
  1. Simon says: 20. Februar 200912:55

    Narkosehammer? Du meinst bestimmt den “blauen Affen” am Hermannplatz, stimmt’s?

  2. Sibylle Muehlke says: 20. Februar 200913:50

    Nein, es gab tatsächlich mal eine Kneipe dieses Namens, irgendwo in der Nähe vom Rathaus Schöneberg. Ich kam früher öfter auf dem Weg zur Uni daran vorbei.

    Ist der “Blaue Affe” so schlimm? Auf jeden Fall alt ehrwürdig.

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