❧  textanfall

Kannibalismusverdacht wg. Kommafehlers

Ich mag ihn ja, den Herbst – mit seinem bunten Laub, dem erdigen Duft und der ersten bissigen Nachtkälte. Aber ab November werde ich leis melancholisch. Musikhören ist dann für mich das beste Gegenmittel. In der letzten Woche stolperte ich über Peter Fox’ “Haus am See”. Nicht das raffinierteste Stückchen Musik, das man sich vorstellen kann, aber ein unkompliziertes kleines nettes Lied für gute Laune.

Und da höre ich (im YouTube-Video bei 2:15):

Ich lad’ die alten Vögel und Verwandten ein.
[...]
Wir grillen die Mamas, kochen und wir saufen Schnaps.
Und feiern eine Woche jede Nacht.

Wir grillen die Mamas?  Was ist denn das nun für eine Metapher? Mir hat das keine Ruhe gelassen, ich dachte, ich hätte mich verhört – Musiktextverhörer sind ja so häufig, dass daraus sogar schon mehrere lustige Bücher gemacht wurden. Doch was lese ich dann? Es heißt tatsächlich:

Ich lad’ die alten Vögel und Verwandten ein.
[...]
Wir grillen, die Mamas kochen und wir saufen Schnaps.
Und feiern eine Woche jede Nacht.

Also eigentlich alles richtig. Ich hatte nur das Komma gedanklich an die falsche Stelle gesetzt. Jetzt muss ich noch mehr grinsen, wenn ich das Stück höre. Danke, Peter Fox und danke, mein wunderliches Hirn!

2 comments
  1. Brigitte says: 15. Mai 200920:51

    Monate später….
    Und dir vielen Dank für diesen netten Blogeintrag :-)

    Gruß
    Brigitte

  2. Sibylle Muehlke says: 15. Mai 200922:45

    Freut mich, wenn er dir gefällt! Gegen den Monate-später-Effekt hilft übrigens RSS. Aber wem sag ich das… Schön jedenfalls, dich hier zu lesen!

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