❧  textanfall

Leben im Radio

Der Sommer ist da, es ist warm, man läuft mit nackten Waden rum und alle Fenster stehen auf.

Auch in meinem Freelancer-, Kleinunternehmen- und Kreativlingsnest, den Josettihöfen, wo ich mein Büro habe. Oft finde ich es sehr schön, mitzubekommen, dass ich nicht ganz alleine hier hocke und vor mich hinarbeite. Aber heute ist es extrem: schmetternder Volksgesang in Chorstärke, ein melancholisch klingendes Saxophon, vier Stimmen, die was Musicalartiges darbieten und weiblicher Operngesang wechseln sich ab und überlagern sich – alles live und mit der hallenden Akustik eines großen Innenhofs.

Ich komme mir ein bißchen so vor, als würde ich im Inneren eines großen Radios sitzen, an dem jemand ständig den Senderknopf dreht. Ich höre es das erste Mal, mir war gar nicht klar, dass es so viele Musikschaffende hier gibt. Hm, ich habe in meinem alten Büro eine Schauspielschule als Nachbar gehabt, dann wird mich das Leben im Radio auch nicht weiter affizieren.

Edit: Ein Tag später. Heute alles wieder ruhig, bis auf normale Bürogeräusche.

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