❧  textanfall

Der, die, das Bokeh?

Ich bin Autorin und Texterin. Naturgemäß habe ich viel mit Wörtern zu tun. Das war eine kluge Berufswahl, denn Wörter gefallen mir. Als ich einigermaßen schreiben konnte, habe ich Listen mit Wörtern angefertigt, deren Klang mir gefiel. Ich streite mich manchmal um Bedeutungsnuancen. Ich suche immer den genauesten Begriff. Mein Wortschatz ist möglicherweise etwas größer als beim durchschnittlichen deutschen Muttersprachler.

Aber manchmal finde ich Wörter, die ich weder aktiv noch passiv beherrsche. Was ist der, die oder das Bokeh? Nein, nicht die Schreibweise für “Bouquet” nach der fünften Rechtschreibreform. Sondern was Fotografisches.

Mehr gibts nach dem Break.

Was sich wie buntes Konfetti im Unschärfebereich einer Fotografie zeigt, lässt sich inzwischen zwar auch mit Photoshop nachmachen (wie, steht in meinem Buch, natürlich). Eigentlich stammt dieses Muster jedoch vom Objektiv. Und das ist das Bokeh. Das Bokeh eines Objektivs ist unter Fotofexen eine gesuchte ästhetische Qualität – in mancher Ausrüstungsdiskussion wird auch das Erscheinungsbild des Bokehs als Argument herangezogen. Freilich ist es eine subjektive Kategorie. Allerdings machen die teuren Objektive häufig auch schöne, ausgewogene Bokehs, wie Galileo-Autorenkollege Markus Wäger schmerzlich feststellen musste.

Wer mehr zum Thema wissen möchte, kann bei Wikipedia nachlesen, da gibt’s auch Grundlagen zur Optik bzw. Physik.

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