❧  textanfall

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Schreibpraxis

Photoshop kann man auch so lernen, nämlich mit dem CMYKilla. Mal was anderes als immer diese langweilig-seriösen Lehrvideos.

http://youtu.be/X71WXhOyWj8?t=4s

Wer trotzdem lieber Gedrucktes mag – und ne DVD gibts auch dazu – kann sich meinen ◄ ◄ 3-Kilo-Ziegelstein schon mal bei amazon vorbestellen. So sieht er dann aus. (Nein, die Grafik ist nicht gestaucht, das Buch hat ein neues, breiteres Format und tolles, überarbeitetes Layout. Und die Inhalte werden natürlich sowieso generalüberholt und um alle Neuerungen ergänzt.) Für die nächste Überarbeitung übe ich dann auch mal Singen …

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So ganz ungelobt gehe ich nicht durchs Leben. Manchmal bekomme ich Mails von begeisterten Lesern oder Workshopteilnehmern, denen ich das eine oder andere Glühbirnen-Erlebnis verschafft habe. Redakteuren gefallen meine Texte in der Regel und manchmal sagen sie’s auch. Meine Kunden freuen sich über leserfreundliche, anschauliche Webtexte, Pressemeldungen und Anderes, und deren Kunden dann hoffentlich auch.

Aber heute flatterte mir die beste Fanpost ins Mailpostfach, die ich je las. Die Kurzform: Inhaltlich interessiert mich dein Blog eigentlich gar nicht, aber ich habe es trotzdem gelesen, weil es so gut geschrieben ist. Ist das nicht das beste Texterlob, das man sich denken kann? Yesss, genau so will ich immer schreiben! Damit das passiert. Ich mit meinen Texten Leute interessiere und in den Bann schlage.

Mit Erlaubnis des Verfassers hier der leicht gekürzte Originalwortlaut. Weil ich mich so gefreut habe. Und weil es wirklich ein Ansporn ist, gut zu schreiben – nicht nur für mich, sondern hoffentlich auch für Kolleginnen und Kollegen. Und ein Plädoyer für professionelle Texte von Leuten, die ihr Handwerk verstehen.

Hallo Sibylle,

du hattest auf dem *****-Blog den Beitrag über die *****  kommentiert. […] Deinen Blog habe ich mir kurz angesehen, bin dann länger hängengeblieben. Nicht wegen der Inhalte. Die sind für mich – mit Ausnahme der *****themen – nicht interessant. Aber der Schreibstil. So gut konsumierbare Beiträge habe ich bisher nicht gesehen. Konsumierbar meine ich dabei nicht im kapitalistischen Sinne. […] Bei Dir sehe ich die Freude am Schreiben und Beschreiben. Die sehr kurzen Sätze machen Spaß. Die Hervorhebungen lassen den Text schnell erschließen. Der Satzbau ist abwechslungsreich. Zwischenüberschriften strukturieren gut. Ich sehe viele gut gewählte und interessante Adjektive. […] Dann habe ich deinen Stil gesehen und mich gefreut. Weil er mir sehr gut gefällt. Bei all den Aus- und Fortbildungen für Online-Schreiber: so gut umgesetzt gesehen habe ich es bisher nicht.

Gute Texte wirken eben doch!

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Denken und schreiben

Ich schreibe sehr viel. Schreiben ist mein Beruf. Nicht immer benutze ich dafür einen Computer. Wenn besonders flüchtige Gedanken festgehalten werden müssen – also Ideen, erste Entwürfe, Ahnungen, Intuitionen, Formulierungen – schreibe ich mit der Hand. Der Weg zum Computer wäre ein viel zu langer Umweg, ich würde den Gedanken verlieren. Spätestens, wenn mir der Cursor entgegenblinkte, wäre mein Hirn ebenso leer wie das weiße Textdokument vor mir. Ich brauche also Stift und Papier, um zu arbeiten. Welcher Stift das ist, steht fest: ein alter Steno-Füller der Marke Pelikan, ich habe ihn mir gekauft, als ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin, das war vor über zwanzig Jahren. Wir sind wunderbar aneinander gewöhnt, er und ich. Wenn ich ihn in der Hand habe, bekomme ich auch zarteste Gedankenknospen leicht aufs Papier. Beim Papier bin ich auch wählerisch, aber nicht so festgelegt. Konzepte schreibe ich meist auf lose A4-Bögen, gerne auch auf welche, die vormals einem anderen Zweck dienlich waren, das befreit vom Zwang zur Perfektion. Paradiesisch, als ich in der Nachbarschaft einer Druckerei arbeitete und dort großzügig mit Fehlbedrucktem beschenkt wurde. Lange schrieb ich auf der Rückseite falsch gedruckter Noten, an die crèmefarbene Glätte des Papiers denke ich heute noch manchmal.

Das ideale Notizheft

Notizhefte brauche ich aber auch! Für Ideen und Konzepte, die nicht so schnell in die digitale Form überführt werden, die reifen müssen und mich längere Zeit begleiten. Für Kleinnotizen, die auf Zettelchen sonst verloren gingen. Auf Reisen. Und Notizbücher und -hefte sind ein schwieriges Thema. Auf keinen Fall dürfen sie zu repräsentativ aussehen. Buchbinden kann ich sowieso selbst, da brauche ich keine fünfunddreissig Euro in einem “reiche-Weiber-Schreibwarenladen” (Max Goldt) hinzulegen. Außerdem hemmt mich die buchbinderische Prachtentfaltung, und transportabel sind diese Renommierbrocken kaum. Damit es für mich funktioniert, muss das Notizbuch Arbeitsgerät-Appeal haben. Die Seiten sollten liniert sein, der Linienabstand darf gerne etwas enger sein als normal, um meine große Handschrift etwas in Schach zu halten. Ganz wichtig: die Lineatur darf nicht zu dunkel sein. Getöntes Papier mag ich lieber als weißes. Bei den Covern bin ich nicht so zimperlich: weiche fassen sich besser an, harte geben eine gute Unterlage beim Schreiben unterwegs – beides ist gut. Die Hauptsache, das Heft lässt sich gut aufklappen.

Im Prinzip habe ich mein ideales Notizgerät schon gefunden. Der Hersteller heißt Whitelines, kommt aus Schweden, und die Idee ist genial: hellgrau getöntes Papier mit weißen Linien. Gibts in diversen Größen und Bindungen, bezahlbar auch. Jedoch, ach und weh: Das komplette Whitelines-Sortiment ist nur in einem Schreibwarenladen am anderen Ende der Stadt erhältlich!

Suche nach dem zweitbesten Notizheft

Deswegen nahm ich einen mittäglichen Nachdenk-Spaziergang zum Anlass, um in einigen vielversprechenden Geschäften in der Nachbarschaft nach Alternativen zu schauen. Ich fand aber keine. Nach einigem Winden griff ich zu einem Heft von Moleskine. Ich wollte diese Marke immer vermeiden, deren Legendenmarketing finde ich penetrant und die Machos Picasso und Hemigway, die angeblich bereits mit Moleskines gearbeitet haben, sind nicht grade die Testimonials, die mich vom Hocker reißen (darf man das eigentlich überhaupt, einfach so mit Toten werben?). Doch das Heft hatte ein gutes Format, ein angenehmes Cover, schöne runde Ecken und ein transportfreundliches Gummizugband. Ich war zufrieden, über den neuen Gedankenbehälter und meinen markenressentiment-befreiten Pragmatismus beim Kauf.

Den ich fünfzehn Minuten und eine Notiz später schon bedauerte. Ich stellte fest, dass sich das “legendäre Notizbuches der Künstler und Intellektuellen der vergangenen zwei Jahrhunderte” (Moleskine-Eigendarstellung) legendär schlecht mit Füller beschriften lässt: die Tinte läuft aus und schlägt durch. Schrieben van Gogh, Picasso und Hemingway mit Kulis? Oder muss man sich doch an den berühmten Reisenden Chatwin halten, der ebenfalls als Moleskine-Testimonial bemüht wird? Chatwin, von dem ich nur ein Buch gelesen habe, aus dem ich exakt einen Satz erinnere. Wie er vergebens versucht, in Paris sein Lieblings-Notizbuch zu kaufen. Und die Verkäuferin sagt zu ihm: “La vraie moleskine n’existe plus.” – “Das echte Moleskine gibt es nicht mehr.” So wird es wohl sein. Das Remake mit dem ausgeborgten Marken-Mythos ist jedenfalls nicht so der Hit.

Was mache ich jetzt mit meinem angefangenen Heft? Mit Kugelschreiber kann ich nicht denken.

PS: Das allerallerbeste Notizheft der Welt ist von Smythson. Ich bekam mal eines geschenkt. Das mit Abstand beste Notizheft, das ich je hatte. Es verbindet Luxus und Arbeitsgerät-Appeal: Glattes, dünnes, füllerfestes Papier in zartblau mit perfekter Lineatur. Es raschelt köstlich und beschreibt sich perfekt. Silberschnitt! Und ein strukturierter weicher Lammledereinband mit Silberprägung. Leider zu wahrhaft königlichen Preisen, daher als Alltagstool ungeeignet.

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Dies ist ein Blogpost mit gleich drei Sujets: ein bißchen Sprachkritik, ein bißchen Bericht von meinem Schreibtisch und eine Buch- und Linkempfehlung. Eigentlich soll man Botschaften ja immer schön fokussieren etc., aber da ich die Herrin in meinem eigenen (Blog)haus bin, mach ich das einfach mal so und serviere euch einen Themeneintopf.

Manchmal beneide ich alle, deren Muttersprache Englisch oder Amerikanisch ist. Einige Begriffe sind da einfach treffender, voller und zeitgemäßer. So gibt es Graphic Novels anstelle der – ja, was? Comicromane? Und Infografik heißt Visual Journalism. Bei “Infografik” denkt man ja sofort an dröge Tortendiagramme und fade Balkengrafiken. Der Begriff Visual Journalism klingt nicht nur viel sexier und spannender und relevanter, er gibt auch viel besser die komplexe Arbeit eines Infografikers wieder – wie ich weiß, seit ich Jan Schwochow, den Chef der berühmten Agentur Golden Section Graphics im vergangenen Jahr mal interviewen durfte (der Artikel erschien in der Special-Interest-Zeitschrift Illustrator Aktuell/Service und ist leider nicht online zu sehen). Und wie ich darauf komme? Ich lese und betrachte gerade das tolle Buch The Visual Miscellaneum: A Colorful Guide to the World’s Most Consequential Trivia des Briten David McCandless. Wer sich auch nur im entferntesten für a) Gestaltung b) Infografik und c) Trivia interessiert, wird viel Freude daran haben. Der Autor hat auch eine Website, sie hat den schönen Titel Information is Beautiful, dort kann man sich selbst davon überzeugen, dass, ja, Information etwas sehr Schönes ist.

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Passwörter und Log-in-Daten sicher verstauen – und plattformunabhängig auslesen

Mit "flocki" bei amazon, eBay und Otto online zu shoppen, ist keine gute Idee.Vom Social Web über berufliche Netzwerke bis zum Online-Banking – ohne Nutzernamen, Passwort, Online-ID und Aliasnamen geht gar nichts. Die Verwaltung all dieser Zugangsdaten ist zu einer echten Aufgabe geworden. Denn das Naheliegende – ein leicht zu merkender Begriff wie etwa der Name des Hundes als „Universalpasswort” für alles – ist auch das Unsicherste.

◄ Mit “flocki” bei amazon, eBay und Otto online zu shoppen, ist unsicher – und deshalb keine gute Idee.

Sichere Passwörter heißen 72aVJls8 oder 17J,bH,sssvm und davon brauchen Sie möglichst viele – für jeden Online-Shop, jeden Bankzugang und jedes Forum eines. Wenn man nicht gerade ein Gedächtniskünstler ist, braucht man Hilfsmittel, um sich das alles zu merken. Der gute alte Notizzettel fällt aus: zu unübersichtlich, nie zur Hand, wenn man ihn braucht und natürlich zu unsicher. Eine alltagstaugliche, unkomplizierte und sichere Lösung ist die Kombination aus USB-Stick und Passwort-Manager-Software.

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Bei gut 33° Außentemperatur wird’s inzwischen auch in meinem Altbau-Büro mit Nordfenstern warm. Ich hechele vor mich hin, der Tischlüfter liegt mit dem Rechnerkühler im Wettstreit und der Gedankenfluß wird langsam viskos. Da träumt man doch vom Arbeiten ganz woanders … draußen … im Schatten lind säuselnder Blätter. Was hierzulande nur Großdichter wie Goethe, Brecht (in Buckow – ein schöner Tagesausflug von Berlin) oder Hans Fallada (in Carwitz, Meck-Pom) hatten, gibt es in England ganz demokratisch für viele: den Arbeitsplatz im eigenen Gartenhäuschen. Shedworking heißt das da, Arbeiten im Schuppen. Und es scheint sich nicht um ein Randgruppenphänomen zu handeln. Das Shedworking-Blog liefert tägliche Updates, es hat sieben weitere Shedblogs verlinkt und wirbt außerdem für das Printmagazin The Shed. Toll. Ich bin begeistert und möchte so einen Arbeitsplatz sofort auch haben (nein, unsere Datsche zählt nicht, da lauern ständig Arbeiten anderer Art – ich sag nur: Giersch).

Das möchte ich auch: einen so hübschen Shed/Schuppen im Grünen.

Shedworking gibts jedoch auch in urban.

Shedworking gibts jedoch auch in urban.

Und nun würde mich mal interessieren: Wie arbeitet ihr? Gibts unter euch treuen textanfall-
LeserInnen welche, die ihren Schreibtisch an ungewöhnlichen Orten aufgebaut haben?

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Nachdem in den vergangenen Wochen schon eine ganze Reihe meiner geschätzten Kolleginnen die vielgelobte Pons-Werbesendung erhalten haben, war ich vor ein paar Tagen auch dran: In meinem Postfach fand sich das individuell bearbeitete Schulheftchen, eingeschlagen in Pons-Grün und bestückt mit einem Artikel aus diesem Blog. Korrektur inklusive. Ich fand das alles sehr schön gemacht und habe mich gefreut, mit meinem Blog doch noch in den Blick der fleißigen Pons-Marketingfrau Anne Pelzer geraten zu sein.

Das Heft macht auf den neuen Online-Rechtschreib-Nachschlagservice aufmerksam. Unter www.pons.eu kann man Zweifelsfälle schnell und kostenlos nachschlagen. Das Portal soll offenbar (auch) für das gedruckte Pons-Nachschlagwerk zur Rechtschreibung werben, das im September erscheint.

Duden ringt um Geltung

Der neue Duden ist jetzt schon da. Seit der Rechtschreibreform eiert das bekannteste aller Sprachnachschlagwerke ganz schön herum und kann sich nicht so recht entscheiden, ob es normativ sein will oder nur abbilden, was sich sprachlich so verändert. Die 5000 zusätzlichen Wörter der neuen Auflage reichen sicher nicht aus, um das, was in unserer Sprache im Fluß ist, zu erfassen. Wer bestimmt, was ins neue Druckwerk kommt?  Geben “Poolnudel” und “Blaufahrer” wichtige Stücke unserer Gegenwart wieder? Bemerkenswert auch der Umgang mit Rechtschreib-Varianten (und davon gibts seit der Reform bekanntlich viele). In der 24., nunmehr der alten, Ausgabe waren die neuen Rechtschreib-Varianten in Rot gedruckt, Empfehlungen der Duden-Redaktion gelb hinterlegt – die gelbe Markierung hatte Vorschlagscharakter. In der aktuellen, der 25. Auflage steht die vom Duden-Verlag bevorzugte Schreibweise immer an erster Stelle. Ganz so, als sei diese Wortvariante richtiger als die anderen. Ist sie aber nicht.

Webvolkes Stimme darf mit entscheiden

Pons geht die Sache entspannter an. Auf dem Online-Portal kann man nämlich nicht nur Wörter nachschlagen. Wenn man meint, ein Begriff fehle in der Wortdatenbank, kann man der Redaktion auch eine kleine Nachricht schicken, um einen neuen Eintrag vorzuschlagen.

Darüber war ich erst gar nicht weiter erstaunt – ans Mitmach-Web hat man sich schließlich auch schon gewöhnt. Vor dem Hintergrund des Duden’schen Ringens um Rang und Geltung finde ich diese Haltung jedoch sehr sympathisch.

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Journalisten nutzen Online-Medien intensiv für ihre Arbeit. So kann ein gut gepflegtes Online-Pressezentrum auf einer Unternehmenwebsite der erste entscheidende Kontakt für Journalisten und Medienleute sein. Diese Feststellung klingt banal.

Um so erstaunlicher, dass viele Unternehmen ihren Webauftritt nicht besser für Ihre PR-Arbeit nutzen.

Lesen Sie hier, wie Sie mit einem richtig organisierten virtuellen Pressezentrum Journalisten ihre Arbeit leichter machen – und Ihre Chancen auf gute Kontakte zu den Medien erhöhen.

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